Edmund Retter, Fauna Germanica; Die Käfer des Deutschen Reiches, Bd I, K. Lutz Verlag, Stuttgart, 1908; S. 64-94.

Zur Systematik der Coleopteren.

Man hat Mitte des vorigen Jahrhunderts die Käfer nach dem Latreille-schen Tarsalsysteme eingeordnet. Dieses System, das zahlreiche Ausnahmen von der Regel aufwies, hat man sukzessive durch eingeschobene Charaktere, welche hauptsächlich der sehr wichtigen u. vielgestaltigen Bildnng der Mundwerkzeugen entnommen wurden, ausgebaut. Später hat Prof. Thomson in Lund in seinen "Scandinaviens Co1eoptera" bei seiner Systematik den ganzen Bau des äusseren Hautskelettes verwendet, wodurch das System in eine leichter fassliche Form gebracht wurde, an die sich die nachfolgenden Systematiker zum grössten Teile angelehnt heben. Er war es auch, welcher die Gestalt des männlichen genitalen Haftapparates zur Unterscheidnng vieler kritischer Arten zuerst benützte u. dadurch des Studium der Käfer in neue Bahnen lenkte.

Die nordamerikanischen Coleopterologen John L. Leconte u. George T. H. Horn haben schon im Jahre 1883 in ihrer "Classification of the Coleoptera of North America" eine von der auf europäischem Boden gangbaren abweichende Systematik der nordamerikanischen Käfer in schoner Prägnenz n. Kürze gegeben. Sie haben dadurch, dass sie die Käfer in Coleoptera genuina u. in Coleoptera Rhynchophore (Rüssler), elso in grosse Teile zerlegten u. diese wieder in verschiedene Familienreihen spalteten, ferner die Adephagen unter ihren Coleoptera genuine sehr richtig präzisierten, zur Klärung des neuen Systems beigetragen, en dessen Begründung sich anfangs dieses Dezenniums hauptsachlich die Herren Sharp, Lameere, Kolbe, Ganglbauer, Peyerimhoff beteiligt haben u. das besonders auf das Flügelgeäder, die innere Organisation des Korpers, sowie auf die Jugendstadien der Insekten (besonders deren Larven) Rücksicht nimmt. Direktor L. Ganglbauer hat in einer grossen, gediegenen Studie die Forschungen obiger Gelehrten resümiert u. nachgeprüft u. das zur Zeit bestehende neue System fixiert, soweit sich dies mit einiger Sicherheit tun liess; nur einige kleine Gattungsgruppen mussten dabei vorläufig provisorisch zugeteilt werden.

Ein kleines Bild des ursprünglichen Letreilleschen Tarsalsystems wäre etwas, so weit unsere Fauna in Betracht kommt, folgendes:

Alle Tr. mit 5 GldI. Pentameren.
Die Tr. 5gliederig, nur die hintersten allein 4liederig.II. Heteromeren.
Alle Tr. mit 4 Gld.III. Tetrameren.
Alle Tr. nur mit 3 Gld.IV. Trimeren.
Zu den Pentameren wurden gezahlt die Cicindelidae, Carabidae, Dytiscidae, Gyrinidae, Hydrophilidae, Staphilinidae, Siulphidae, Hisreridae, Lamellicorniae, Dermestidae, Buprestidae, Elateridae, Telephoridae u. Claridae sowie verschiedene andere kleinere Familien.

Zu den Heteromeren, welche als eine Gruppe zahlreicher, eng verwandter Familien auch heute noch gut charakterisiert zu Recht bestehen, die Tenebroidae, Alleculidae, Melandryidae, Mordellidae, Rhipiphoridae, Meloidae, Pyrochroidae, Anthicidae, Oedemeridae u. Pythidae.

Zu den Tetrameren die Cerambycidae, Chrysomelidae, Cuculionidae, Bruchidae (Larridae) u. Scolidae.

Zu den Trimeren die Coccinellidae, Lathridiidae u. Pselaphidae durchaus heterogene Formen, welche die Unhaltbarkeit dieser Abteilung illustrieren u. die im neuen Systems vollig augelöst erscheinen.

Dabei mag aber anerkennt werden, dass Letreilles Tarsalsystem einen wesentlichen Fortschritt in der natürlichen Systematik angebahnt hatte; es war sozusagen des erste System, welches einen natürlichen Boden unter sich fand u. einige Gattungsgruppen, wie z. B. die Heteromeren, stehen noch heute in den von Latreille gegebenen systematischen Grenzen.

Systematische Einteilung der Käfer.

Nach den neueren systematischen Forschungen is die Ordnung der Käfer in zwei Abteilungen zu zerlegen, in die Adephaga und Polyphaga; die letzteren umfassen den grossten Teil der Coleopteren-Familien.

Diese Abteilungen lassen sich in folgender Weise unterscheiden:

1"

I. Adephaga.

Die ersten drei Hlb.-Sternite sind miteinander verwachsen, ihre Trennungsnähte sind meist nur schwach, manchmal ausgesprochen angedeutet; die HHü. durchsetzen das erste Sternit in der Mitte vollständig und dieses ist stets nur als ein mehr oder weniger umfangreiches Rudiment an den Seiten des Körpers erkennbar (Fg. 5). Die Fl., wenn vorhanden, sind nach dem Typus I gebaut (Fg. 6), der sich durch das Vorhandensein mindestens einiger Queradern auszeichnet, welche die Längsadern hie und da im rechten Winkel verbinden *)Beachtenswert ist auch das Vorhandensein von 8 Paar Tastern: KfTs. und LTs. und ausserdem anhangsweise an den UKf. noch ein überzähliges 2-3 gliederiges Tastenpaar, das auch den Larven zukommt. Dieses Anhangsorgan fehlt bei den Gyriniden, Paussiden, und Rhysodiden. Alle Tr. sind 5gliederig.
Die Larven sind gestreckt, sehr beweglich, haben ausgebildete Füsse und kraftige, sichelförmige OKf.; ihre Tr. sind zweigliederig, meistens mit zwei, seltener mit einer Klaue.
Diese Gruppe besteht aus den Familien der Cicindelidae (Sandläufer) und Carabidae (Laufkäfer), dann allen echten Wasserkäfern (Dytiscidae, Haliplidae, Pelobiidae und Gyrinidae), endlich aus zwei Familien, die bisher systematisch unter den Clavicorniern standen, deren Zugehörigkeit zu den Adephagen neuestens von verschiedenen Forschern sichergestellt wurde. Es sind dies die Paussidae,sehr merkwürdige, bei Ameisen lebende Keulentrager, die meistens mit nur zwei mächtigen Fühlergliedern versehen sind und unserer deutschen Fauna fehlen; dann die Rhysodidae, eine ebenfalls recht bemerkenswerte, artenarme Familie, die in Europa nur durch wenige Arten vertreten ist. Sie werden unter loser Baumrinde und im Baummulme gefunden und leben offenbar nicht wie die grossen Familien der Lauf- und echten Wasserkäfer vom Raube, sondern ihre Lebensweise deutet auf vegetabilische Nahrungsaufnahme hin.Adephaga
1'

II.Polyphaga.

Das erste Hlb.-Sternit wird nicht vollständig von den HHü. durchsetzt; der Hinterrand desselben ist hinter den Hü. erkennbar; oder er ist von der HHü. durchsetzt; dann sind aber die drei ersten Sternite nicht verwachsen. Die Fl. sind, wenn vorhanden, nach dem Typus 2 oder 3 gebaut. Im ersteren Falle sind nur ausgesprochene Längsadern vorhanden (Staphyliniden-Typus, Typus II, Fg. 7); im letzteren Falle ist die Medialader gegabelt. Die ziemlich in der Mitte der Fl. gelegene Medialader ist doppelt, verbindet sich weit vor dem Aussenrande miteinander und läuft von da zum Aussenrand als einfache Ader aus: Canthariden-Typus, Typus III (Fg. 8 ).

Hierher gehört der ganze restliche, grösste und formenreichste Teil der Käfer. Er zerfallt in eine grossere Anzahl von Familienreihen, deren Charakteriserung später erfolgen wird. Ihre Vielgestaltigkeit macht es notwendig, die Umgrenzung dieser Hauptabteilung möglichst lose zu belassen.Polyphaga

66

I. Familienreihe. ADEPHAGA

(Caraboidea sensu Ganglbauer.)


Laufkäferartige Fleischfresser, darum auch oft als Carnivora bezeichnet.

Familien Übersicht
A"
Landbewohner; die B. sind Gang-B., indem sie Bewegungen in vertikaler Richtung gestatten. Die VSchl. überragen meistens die Seiten des Hsch. und sind daber sehr selten im vertieften interen Teile an den Seiten der VBr. einlegbar. Die HHü sind stets viel schmaler als die HBr. und erreichen sehr selten den Aussenrand des Körpers.
a‴
F. 11 gliederig, dünn, faden- oder börstenförmig, von normaler Länge; die Mundteile vom Kinn nicht bedeckt, also frei. Die HBr. wird vor den HHü. der ganzen Breite nach von einer queren, meist gewinkelten Linie durchsetzt
1"
Die F. sind auf den Seiten der St., vor den Augen eingelenkt. die Okf.-Furche bleibt davon nach aussen entfernt. K. mit grossen vorgequollenen Augen, der mit diesen breiter ist als der Hsch. (Sandläufer)1.Cicindelidae
1'
Die F. sind unter dem SR. der St., vor den Augen, und zwar in der Verlängerungder seitlichen Okf-Furche eingelenkt. (Laufkäfer) 2. Carabidae
a"
F. aus 2 grossen massigen Gliedern *)Bei den europäischen Paussiden und den Arten aus den angrenzenden Ländern; sonst gibt anch Vertreter in den Tropen mlt 8 oder 10 Fühlergliedern. (Fg.44) bestehend, das zweite stark gekeult und verschieden skulptiert. Wenigstens der HSchn. in der Mitte durch eine Querfurche eingeschnürt. Die Mundteile sind frei, unbedeckt. Die HBr. vor den schmalen HHü. mit einer sie vollstandig durchziehenden queren Linie; die Trennungsnahte der ersten verwachsenen Tergite sehr undeutlich. In unser Fauna nicht vertreten

3.Paussidae

a'
F. perlschnurförmig, aus 11 kugeligen Gliedern bestehend. Die Schn. haben innen an der Spitze einen horizontalen kurzen Doppelhaken (s. T. 40, Fig. 13). Hsch. mit 1-3 tiefen Längsfurchen. Die Mundteile werden durch d. verlängerte Kinn vollstandig verdeckt. Die HBr. vor den HHü. ohne Querlinie 4. Rhysodida
A'
Wasserkäfer, meist mit mehr vder weniger abgeplatteten Schwimm-B., diese oft mit Schwimmhaaren; wenigstens die HB., die Schwimmbewegungen in horizontaler Richtung gestatten, zum Rudern eingerichtet. Die VSchl. überragen sehr selten den SR. der VBr.; sie sind in einer umfangreichen Vertiefung am HR. der VBr. einlegbar. Die HHü. von grossem Umfange; sie nehmen den grösseren Teil d Raumes zwischen den M- und HB. in Anspruch und sind von der eigentlichen HBr. oft nur schwach linienformig abgegrenzt; sie reichen nach aussen bis zum SR. des Körpers (siehe S. 234, Fg. 64).
b"
Augen seitenständig, nicht geteilt. F. kurz, borstenförmig, dünn, selten einzelne Glieder erweitert. MBr. stark verkurzt. Die HB. Ianger als die vorderen.
2"
Die HHü. nach hinten in lange Platten verlängert, welche sowohl die Basis der Schl., als auch den grössten Teil der Sternite verdecken (S. 202, Fg. 62 ). HBr. v den HHü. mit einer durch stärkere Punkte markierten Querlinie. F. l0-gliederig. 5. Haliplidae
2'
Die grossen HHü. nach hinten nicht verlängert, ihre Ausdehnung nach vorne gelegen, mit der HBr. eine gemeinsame Flache bildend. F. 11-gliederig.
3"
Die HBr. ist von den Hü. durch eine fast horizontale Naht geschieden, sie schiebt sich mithin nicht zwischen die HHü. winkelig ein. Die HBr. zeigt vor ihrer abgestutzten Mitte, und zwar vor den parallel nach hinten verlängerten bis zu der Basis der Schl. reichenden Hü.-Anhängen eine gerade quere Linie. B. mit reichlichen Schwimmhaaren besettt. Körper oval, oben stark, unten noch stärker gewolbt

6.Pelobiidae

*)Mit dieser Familie in näherer Verwandtschaft sind die Amphizoidae, eine sehr artenarme Familie mit einer einzigen Gattung, welche zwei Arten in Nordamerika und eine in Östthibet besitzt. Sie bilden gewissermassen ein Bindeglied zwischen den Carabiden und den Dytisciden
3'
Die HBr. schiebt sich zwischen die HHü. spitzig ein und ihre Trennungsnaht oft nur angedeutet, schräg von don Seiten nach hinten gerichtet; vor den HHü. ohne Querlinie. Die MB. sind den kurzen VB. auffällig stark genähert, die HB. lang, mit abgeplatteten Schwimm-Tr. (Echte Schwimnkäfer) (siehe S. 232, Fg. 63) 7. Dytiscidae
b'
Augen vom SR. des K. vollständig geteilt, gewissermassen vier Augen da stellend, 2 kleinere oben und 2 grössere auf der USeite. F. sehr kurz und u regelmä$ig gebildet, spindelförmig erweitert, viel kurzer als der K. Die MBr. ist Auffällig lang, so lang wie die HBr. VB. doppelt länger als die hintere in schräger Grube an der VBr. einlegbar; die hinteren samt den Tr. kurz und plattenförmig zusammengedrückt, die hintersten in eine Höhlung der Hü. einlegbar. Körper oval, kahl, glanzend, kahnförmig. - (Kreisel- oder Taumel Käfer) (siehe S. 234, Fg. 64)8. Gyrinidae


Kürzere Uebersicht.
zum Tell auf leicht kontrollierbare, sekundäre Eigenschaften gegründet.
A"
2 seitenständige Augen vorhanden, die VB. nicht langer als die HB.
B"
Die F. mit Ausnahme der Basalglieder, fein behaart *) Mit Ausnahme der Carabidengattung Trachypachys Motch. dei in unserem Faunengebiete nicht vorkommt.
a‴
F. 11-gliederig, faden- oder borstenförmig; Mundteile frei.
1"
F. vor den Augen auf den S. der St. eingelenkt 1. Cicindelidae
1'
F. vor den Augen, unter dem SR. der St., in der Verlängerung der seitlichen Okf.-Furche eingelenkt2. Carabidae
a"
F. dick, 2gliederig, stark gekeult

3.Paussidae

a'
F. 11-gliederig, perlschnurformig; Mundteile bedeckt 4. Rhysodidae
B'
Die ganzen F. kahl (Schwimmkäfer).
2"
HHü. nach hinten in eine grosse Platte verlangert, F. 10-glied. 5. Haliplidae
3"
HBr. von den HHü. durch eine horizontale Linie geteilt.

6.Pelobidae

3'
HBr. nach hinten zwischen die HHü. in eine dreieckige Spitze auslaufend 7. Dytiscidae
A'
Mit 4 Augen, 2 oben, 2 unten, die VB. doppelt länger als de kurzen abgeplatteteten 4 hinteren Schwimm-B. 8. Gyrinidae


I. Familie. Cicindelidae.

Ausgezeichnet und leicht kenntlich an dem Bau des Körpers, der dünnen borstenförmigen F. und der langen dünnen Lauf-B.(Fg. 5).An den letzteren fehlt der Ausschnitt auf der Innenseite der VSchn. vor der Spitze, der den meisten Carabicinen eigen ist; dafür ist auf der USeite der VSchn. zwischen den beiden Enddornen, eine abgekürzte Längsfurche vorhanden. Der Hsch. ist schmaler als die Fld., der K. gross mit sehr stark vorgequollenen Augen und mit diesen breiter als der Hsch., so breit als die Fld. Die St. tritt am Innenrande der Augen etwas winkelig vor, was sich bloss bei Elaphrus, Anthia, Graphipterus und wenigen anderen Cicindela ähnlichen Carabiciden wiederholt und den Tieren ein eigentumliches, leicht kenntliches Geprage verleiht.

Die Larven der Cicindelen haben einen grossen Kopf und auffallend grossen Thorakalring; das 5. Tergit hat oben auf einem Buckel 2 spitzig hakenformige Dornen; dem Analsegmente fehlen die den Carabicinen eigentümlichen Anhange (Cerci). Die Larven leben rauberisch von andern Insekten an trockenen sandigen Platzen in Höhlungen, die durch röhrenartige Gänge ins Freie führen. An sonnigen Tagen stecken die Larven nur den Kopf aus 68der Höhlung hervor, um die ihnen nahe kommenden Insekten zu ergreifen; bei Nacht laufen sie aber frei herum und jagen nach kleinen Tieren. Die Käfer fassen ihre Beute im raschen Laufe und entziehen sich dem Beschauer dur rasches Auf- und Niederfliegen im hellen Sonnenschein.

Diese Familie ist in Europa nur durch 2 Gattungen, die eine davon nur durch eine grüne, metallischglänzende Art (Megacephala euphratis Latr.) im Süden v. Spanien und in Armenien vertreten. Letztere ist ein Nachttier; bei Verfolgung ihrer Beute fliegt sie oft direkt in die Lagerfeuer der Hirten. Die Tropen haben naturgemäss zahlreiche, prachtige, artenreiche Gattungen aufzuweisen, weil es eben Sonnentiere sind.

In unserem Faunengebiete kommt nur eine Gattung vor

1. Gattung: Cicindela L.

Sandläufer. Bei uns nur durch wenige Arten vertreten. Auf T. 1 sind die Larven von Cicindela campestris und hybrida abgebildet und der grosse Unterschied daselbst leicht wahrzunehmen.

Die Zeichnung unserer Arten ist sehr übereinstimmend; die Fld. haben eine (weisse) Humerallunula (diese oft unterbrochen), eine geschlangelte MBinde, welche niemals die Naht erreicht und bei campestris gewöhnlich auf je 2 Flecken reduziert erscheint; endlich einen hellen Apikalrand (Apikal­lunula), der aussen in einen Ast endigt. Bei silvatica ist der Apikalrand dunkel und von dem Apikalsaume nur der Seitenast als helle Makel vorhanden.

Bei den ♂ sind die 3 ersten Glieder der VTr. mehr oder weniger erweitert u. unten burstenartig behaart.

1"
Die Seitenstücke der V. und MBr. (Episternen) behaart:
Subgen.Cicindela in spe.
2"
OL. schwarz, der Lange nach gekielt silvatica
2'
OL. weiss, ungekielt.
3"
K. unterlhalb der Augen (Wangen) kahl. Fld. mit Humeral- und Apikalunula und gebuchteter, in der Mitte unterbrochener MBinde, also mit einem Drei-Binden-Systeme.
4"
KfTs. und Epipleuren der Fld. dunkel metallisch gefärbt.
5"
Basis der Fld. ohne abstehende Haare, die Seiten etwas gerundet, in oder hinter der Mitte am breitesten.
6"
Die abfallende Partie der St. vorne in der Mitte zwischen den höchst feinen Längsstricheln mit runzeligen Punkten besetzt; LTs. ganz metallisch; K. vorne abstehend behaart. campestris
6'
Die abfallende Partie der St. in der Mitte sehr dicht und fein längsstreifig, dazwischen ohne Punkte.
7"
Erstes Glied der F. auf der VSeite mit mehreren groben haartragenden Punkten besetzt; Hsch. nach hinten verengt.
8"
LTs. gewöhnlich ganz metallisch. K. kahl. O- u. USeite lebhaft grasgrün gallica
8'
LTs. gewöhnlich gelb, nur das Endglied metallisch. K. zwischen den Augen behaart silvicola
7'
Erstes Glied der F. auf der VSeite nur an der Spitze mit einigen haartragenden Punkten besetzt. Hsch. beim ♂ undeutlich, beim ♀ nach hinten nicht verengt. LTs., ausser dem Endgliede, gewöhnlich gelblich.
9"
K. nur vorne einzeln behaart, zwischen den Augen kahl hybrida
9'
St. zwischen den Augen kurz und spärlich, abstehend behaart. OSeite braun maritima
5'
Basis der Fld. abstehend behaart. Fld. zylindr., parallel. K. behaart. soluta
4'
Kf.- u. LTs., mit Ausnahme ihrer Endglieder, hell gefärbt, ebenso sind die Epipleuren der Fld. weisslich litterata
3'
K. unterhalb der Augen (auf den Wangen) dicht behsart.
Fld. mit einem Vier-Rinden-Systemelitoralis
1'
Die Seitenstücke der VBr. kahl, jene der HBr. nur mit wenigen Härchen:
Subgen. Cylindera Westw.
die normalen Binden auf einzelne F1ecken an den Seiten der Fld. reduziert germanica

Cicindela in spe.
  1. Cicindela sylvatica L.70 Wald-sandläufer. Oben bronzeschwarz, mattseidenglanzend, unten violett oder metallischgrün, OKf. ansser der Apikalhälfte gelblichweiss; Schn. und Tr. erzfarbig, Fld. in der Grundskulptur mit vielen flachen grösseren Punktgrübchen; die Humerallunula ist oft unterbrochen (Stammform; similis Westh.), die MBinde normal, meist schmal, die Apikallunula ist auf eine Seitenmakel reduziert, seltener mit achmaler Apikalrandung (a. hungarica Beuth.). 15—17mm.
    In sandigen Fichtenwäldern über ganz Deutschland, Nord- und Mitteleuropa verbreitet. Tafel.1,Fg.5: a Käfer, b K., c OL., d OKf, e UKf,f. Kinn u. Lip­pen­tasters, g. Flügel
  2. C. campestris L.
    Feld-Sandläufer. Gedrungen gebaut, grün, unten violett oder blau, die Seiten des VKörpers und B. Kupferrot, die Tr. grün, OL. und Basis der OKf. hell gelblich. In seltenen Fallen ist die OSeite vorherrschend blau (a. coerulens Schilsky) oder der Körper ist schwärzlich: a. funebris Strm. (nigrita Kryn., nigrescens Heer). Die weisse Humerallunula ist in 2 Flecken aufgelöst, ebenso die schmale MBinde, die Apikallunula selten vollstandig. Bei a. affinis Hsch. fehlen einzelne dieser weissen Flecken und bei a. connata Heer ist die gezackte MBinde vollständig. 12—15 mm (Fg. 5) *).
    Ueberall an sandigen und lehmigen Wegen mit Waldlichtungen in der Ebene und im Gebirge im Frühjahr häufig. Die a. funebris hat man in Bayern, Westfalan, im Harz und in Schlesien gefunden; nigrescens Heer ist davon nicht zu unterscheiden. -T. 1,Fg.1: e Larve, b Käfer, Stammform, c Käfer, a. funebris Strm.
  3. C. gallica Brullé.
    Von der nachfolgenden Art durch reine, schon grasgrüne Farbung und ganz dunkle Ts. leicht zu unterscheiden. K. kahl 13—15 mm.
    Nur im südlichen bayerischen Grenzgebiete und Tirol.
  4. C. silvicola Latr.
    Grün, oft mit bräunlichem Anfluge, OL. und OKf., letztere bis auf die dunkle Spitze, wie gewöhnlich weissgelb, K. zwischen den Augen behaurt, Fld. mit normaler Zeichnung: eine Humeral- und Apikallunula und eine, wie immer in der Mitte unterbrochene, gebuchtete MBinde, 14—15 mm.
    Grosse, wenig veränderliche Art; auf sandigen oder trockenen Waldwegen nicbt, selten. Von den schlesischen Gebirgen bis in das Alpengebiet verbreitet. T. 1, Fg. 4. Käfer.
  5. C. hybrida L.
    OSeite kupferbraun, seltener hell bräunlichgrün: a. silvicola Curtis ( virescens Letzner), USeite metallisch grün, die Seiten der Br. und die Ränder des Hsch. purpurrot. Bei der Stammform sind Humoral- U. Apikallunula volltändig, die helle Querbinde ist innen hakig gekrümmt und aussen erweitert; bei a. integra Strm. ist diese Querbinde breiter. Bei v. riparia latr. ist die OSeite meist dunkler gefärbt, ohne deutliche blaue Punkte zwischen den Körnern am Grunde der Fld., die Humeralbinde ist ganz oder nahezu unterbrochen, die MBinde ist aussen undeutlich oder nicht erweitert. 12—16 mm.
    Im ganzen Faunengebiete, sowohl in der Ebene als auch im Vorgebirge, besonders an den steinigen Ufern der Flüsse, oft sehr zahlreich.- T. 1, Fg.2: a: Larve, b: K. von unten, c: Unterkiefer d: Unterlippe, e. Bein, f Käfer, g a. integra Strm.
  6. C. maritima Latr.
    Oben erzbraun, die weissen Zeichnungen wie bei hybrida, aber die quere MBinde jederseits plötzlich hakenförmig herabgebogen. Der hybrida ausserst ähnlich, aber die 8t. ist auch zwischen den Augen wenig dicht und wenig lang behaart. USeite grün, Bauch violett, die Seiten des V.Körpars auf der USeite und der Hsch. zum grössten Teile purpurrot. Manchmal aind die Fld. schwarz: a. obscura Schilsky (Insel Rügen). 13—14 mm,.
    Nur auf Salzboden. Nord- und Ostsee. —T. 1 Fg. 3: Käfer, 70
  7. C. soluta Latr.
    Ausgezeichnet unter den Verwandten der hybrida durch die parallel zylindrische Form der Fld. Kupferig grünlichbraun, USeite aum grössten Teile grün, die vorderen Körperseiten purpurrot, die vertiefte Linien des Hsch. grün; Hsch. und Basal-R. der Fld. abstebend behaart, 13—l5 mm.
    Von Ungarn westlich bis Wien verbreitet; also eigentlich in unserer Fauna nicht vertreten.
  8. C. litterata Sulzer.
    Kleine grüne Art, an den weissen Epipleuren der Fld. sofort zu erkeunen. Die Humerallunula ist stark nach innen gekrümmt, der vordere Haken der Apilcallunula vom SR. im rechten Winl;el abgerückt und machmal isoliert; die MBinde ausserst stark gebuchtet, in der Mitte spitzwinkelig gebrochen. Bei der Stammform sind die Bindenzeichnungen schmal, an den Seiten unvollständig miteinander verbunden; bei v. sinuata Panz (viennensis Schrank) sind die Binden breiter, diese aussen miteinander streifig verbunden und die OSeite lebhafter grün gefarbt. 8—10 mm.
    Die Stammform ist in Ostdeutschland, Bayern, Tirol; v. sinuata in Posen Bayern, Oesterreich, Tirol und weiter östlich bis Sibirien verbreitet. Das Tier liebt den Flugsand in der Ebenen und an den Flüssen. T. 1, Fg.6, Fg.7 v. sinuata.
  9. C. litoralis F.
    Fld. mit einem Vier-Binden-System geziert, während die vorbergehenden Arten nur 3 Binden besitzen. Sie haben nämlich 1. en Humeral- und 2. eine Apilkallunula, 3. eine meist in 2 Punkte aufgelöste Binde vor der Mitte und 4. einen in einer Linie stehenden Dorsal- und Seitenpunkt zwischen der Binde 3 und der Apikallunula. Die Ts. sind bis auf das Endglied hell gefärbt. K. seitlich vor den Augen dicht behaart. USeite bis auf die purpurroten SStucke der Br. violett, OSeite bronzefarbig, Fld. schmutzig grün, v. namoralis Oliv. Manchmal sind die 2 R.Flecken miteinander verbunden: a. Ragusai , Beuth. Humeral- und Apilkallunulu gewöhnlich unterbrochen, bei a. Koltzei Beuth. iet die erstere, bei a. sexmaculata Beuth. die letztere, oder sie sind beide unterbrocben: a. interrupta Schilsky. —14 mm.
    Die Stammform ist oben schwärzlich, unten blau und kommt in Spanien u. Sizilien vor; die v. nemoralis mit ihren Farben-Aberrationen ist auf Salzboden im südlichen Mitteleuropa eimheimisch. Nach Letzner soll das Tier einmal (1847) bei Gleiwitz in Schlesien am sandigen R. eines Kiefernwaldes von Buchhalter Ellenberger in 3 Expl. gefangen worden sein. -T. 1 , Fg. 8.

Subgen. Cylindera Westw.

  1. C. germanica L.
    Deutscher Sandläufer. Kleine, schmale, matt dunkel grüne Art, USeite dunkel metallgrün, glänzeud. Alle Ts. bis auf ihr dunkel Endglied, die UKfBasis und OL. gelbweiss. manchmal ist die OSeite blau a. coerulea Hrbst., oder braun bronzefarbig: a. cuprea Westhoff, oder fast Schwarz: a obscura F. Die Einddrücke am zylindrischen Hsch. sind auffallend seicht. Die weisse Humerallunula ist auf einen Schulterfleck reduziert, die Apikallunula ist schmal und vollständig, ebenso ist von der MBinde nur ein Schrägfleck vorhanden. Manchmal fehlen noch einzelne Teile dieser Zeichnung a Steveni Dej. (inornata Schilsky).Selten ist die mittlere SMakel mit der Apikallunula verbunden: a. Jordani Beuth., oder es tritt bei der Medianmakel noch nach ihnen ein Punkt auf:a. bipunctata Kr., oder diese Makel entsendet einen kürzen schregen Ast ach hinten und innen: a. sobrina Gory. 8—11 mm.
    Auf Getreide-, Stoppel- und Kartoffelfeldern, wo sie mit grosser Schnelligkeit läuft, ohne, wie die andern Arten, flüchtend auf zu fliegen; über ganz Deutschland u. Mitteleuropa verbreitet. Die blaue Form ist selten; dia a sobrina wurde in Tirol und Südbayern beobachtet. Die Jugendstadien dieser Art sind noch nicht bekannt. T. 1, Fg. 9


71

II. Familie. Carabidae

Eine grosse Käferfamilie, die unter dem Namen Laufkäfer bekannt ist. F. stets 11gliederig, borstenförmig. K. meist klein, Mundteile mit 3 Paar Tastern. B. 5g1iederig, schlank (Lauf-B.). Hlb. mit 6 Sterniten, nur bei den Brachyniden mit 7—8; die ersten 2 nur an den Seiten sichtbar; die Nähte der ersten 3 verwachsenen Tergit deutlich.Von den nahe verwandten Cicindelen unterscheidet sich diese Familie durch die Einlenkung der F.; sie sind nämlich unterhalb der Augen, in der Verlängerung der seitlichen OKf.-Furche eingelenkt.
Sehr charakteristisch für diese Familie ist der grosse Ausschnitt auf der Innenseite der VSchn, der nur den grossen Vertretern fehlt, deren Zugohörigkeit zu den Carabiden nicht in Frage zu kommen braucht. Vor dem Ausschnitte der Schn. steht ein, an der Spitze der zweite normale Enddorn.
Die ♂ sind an den mehr oder weniger erweiterten Gliedern der VTr. erkennbar; letztere sind dann unten schwamm-, bürstenartig oder weich behaart, oder mit schüppchenartigen Haaren besetzt; seltener sind die VTr. auch beim ♂ einfach.
Die Carabidae haben zahlreiche Tastorgane, wenn wir die vielen, an den Seiten des Hsch. und an den Seiten der Fld., ein langes Haar tragenden Porenpunktgrübchen als solche betrachten dürfen. An diesen allein ist schon ein Laufkäfer kenntlich; sie sind mit grossem Erfolge in der Systematik der Carabidae verwendet worden.
Die Larven sind gestreckte, und wie die Käfer sehr flinke Tiere mit vorgestreckten, innen vor der Basis mit einem Zahne bewaffneten Okf., 9gliederigem Hlb., wovon die ersten 8 Glieder seitlich ein Stigmenpaar besitzen, einer ausgezogenen Afterröhre und 2 Cerci am Endsegmente. Füsse vollständig. Die Tr. haben gewöhnlich 2 Klauen. Der K. hat jederseits 6 Ocellen. Die Puppen sind stets weisslich. Die Verpuppung geschieht in einer Höhlung in der Erde. Die Larven leben vom Raube; desgl. die Käfer, mit Ausnahme von Zabrus und einigen Amaren, welche man an jungem Getreide nagend angetroffen hat. Ihre Hauptnahrung bilden Insekten, Regenwürmer und Schnecken.
Diese Gattuugs- und Artenreiche Familie gehört zu den am besten systematisch durchforschten. In der systematischen Ausgliederung folge ich den neuesten Autoren und habe mir nur wenige abweichende Positionen gestattet. So scheint mir, dass dia aberrante Gattung Perigona richtiger unter den Gattungen mit verkürzten Fld. untergebracht wäre, da ihre Decken die Spitze des Hlb. frei lassen, statt ein besonderen Tribus bei den Pogonini und Pterostichinen zu bilden.

Unterfamilien-Uebersicht.
1"
Hsch. dicht und unbeweglich an die Fld.-Basis gefügt (e. T.9, Fg.4b); Sch. nicht sichtbar. VHü-Höhlen geschlossen *)Der HR. der Vbr. ist vollständig, hinter die VHü.-Höhlen wenigstens schmal umfassend. (Siehe, Fg.45 *))). MBr. vorne gekielt aber von der VBr. ganz verdeckt; VBr. nach hinten schaufelförmig verlängert und verbreitert. 4 Basalglieder der F. kahl. Fld. mit 14 Punktfurchen. Epipleuren der Fld. bis zur Spitze reichend.
Körper scheibenförmig I. Omophroninae
1'
Hsch. über der Deckenbasis beweglich oder von dieser durch einen Stiel der MBr. getrennt; das Sch. mehr oder weniger frei sichtbar. VBr. nicht schaufelförmig, niemals die ganze MBr. bedeckend. Fld. (bei den grossen Carabinae ausgenommen) mit höchstens 9, nur bei Lorocera mit 12 Punktstreifen.
2"
MBr. vorne kielförmig zusammengedruckt und scbräg abfallend. Gelenkhöhlen der VB. nach hinten offen (Sehe Fg. 46 ). Epimeren der HBr. nicht sichtbar. VSchn. auf der Innenkante ohne Ausschnitt, auf der USeite bis zur Spitze gefurcht oder leicht ausgebuchtet. Meistens 4 Basalglieder der F. kahl. II. Carabinae
2'
MBr. vorne nicht gekielt; entweder abgeflächt oder ausgehöhlt. Gelenkhohlen der VB. hinten geschlossen. VSchn. auf der Innenkante mit einem ovalen, manchmal aber schwachen Ausschnitte; davor steht ein Dorn und ein anderer an der Spitze. Meist 2 oder 3 Basalglieder der F. kahl, sehr selten 4. III. Harpalinae.


Gattungsgruppen (Tribus): 1. Uebersicht.

I. Omophroninae.

 
Hierher nur eine einzige, artenarme Gattung. Omophronini.


II. Carabinae.

1"
Vier Basalglieder der F. kahl. Beide Enddorne der Vschn. stehen an der Spitze.Augen seitenständig, rund, meistens von normaler Grösse. K. samt den Augen uicht breiter als der Hsch.
2"
HHü. nur bis zu den Episternen der HBr. reichend. F. vom 5. Gliede an dicht punktiert und fein behaart.
3"
OKf.-Furche ohne Borstenpunkt. Basis der Fld. ungerandet. Carabini
3'
OKf.-Furche vorne mit einem Borstenpunkt. Basis der Fld. gerandet. Nebriini
2'
HHü. bis zum SR. des Körpers reichend. Die ganzen F. unpunktiert und mit Ausnahme der Endhaare unbehaart. OKf.-Furche mit Borstenpunkt. Basis der Fld. ungerandet. Klein, Bembidion -ähnlich, metallisch. Trachypachyni
1'
Drei Basalglieder der F. kahl. Ein VSchn.-Dorn steht an der Spitze, der andere auf der HSeite vor einer kurzen Ausbuchtung. Augen ausserordentlich gross, schräg gestellt, lateral, oval; K. samt den Augen breiter als der Hsch. St. dicht gefurcht oder gestrichelt. Körper flach, Fld. mit breitem zweiten Zwischenräume (Sehe T. 9, Fg. 1, 2, 3) Notiophilini.


III. Harpalinae.

1"
Der Ausschnitt der VSchn. besteht in einer Aushöhlung auf der USeite, welche die Innenkante nur sehr wenig ausbuchtet; die Innenkante ist auch an der Ausbuchtung kontinuierlich mit Härchen bewimpert. St. neben den Augen mit 2 haartragenden Punkten (Supraorbitalseta). OKf.-Furche vorne mit einem Borstenpunkt. Epimeren der HBr. fehlen. Elaphrini
1'
Der Ausschnitt der VSchn. vor der Spitze der Innenkante sehr deutlich vorhanden, die Bewimperung der Innenkante über dem Ausschnitte unterbrochen.[73]
2"
F. frei eingelenkt, die basale Hälfte der Glieder mit langen Borsten besetzt. Nur neben den Augen mit einem Haarpunkte. OKf.-Furche ohne Borstenpunkt. Fld. mit 12 Streifen, mit Basalrand. Epimeren der HBr. fehlen. Lorocerini.
2'
Die basale Hälfte der F. ohne lange Borsten. Fld. höchstens mit 9 Streifen.
3"
Die Spitze der VSchn. in einen langen, fingerförmigen, spitzigen Dorn ausgezogen, meist auch der Aussenrand bis zur Spitze gezahnt (Grabbeine); Hsch. vom Hlb. durch einen halsartigen Stiel der MBr. getrennt, Sch. auf dem Stiele befindlich, tiefliegend. Das 2. Glied der F. langer als das 3.; Epimeren der HBr. fehlen. Scaritini.
3'
VSchn. aussen an der Spitze nicht fingerförmig verlängert. (Epimeren der MBr. die Gelenkhöhlen nicht erreichend; Epimeren der HBr. meistens vorhanden.)
4"
Fld, nu der Spitze mehr weniger abgerundet, den ganzen Hlb. bedeckend.
5"
Hsch. vom Hlb. durch einen kurzen Hals oder Stiel der MBr. getrennt, das Sch. auf dem Stiele befindlich, tiefliegend *)Bei den im Mittelmeergebiete vorkommenden Siagonini, die hier einzureihen wären, sind die Wangen unter den Augen kielförmig abgesetzt, Kinn und Kehle miteinander verwachsen und die Epimeren der MBr. sind breit und erreichen die Gelenkhöhlen. Ferner gehören hierher die bei uns nicht vertretenen Apotomini, welche sich von den Broscini durch den Mangel eines linienförmigen abgesetzten SR. und nicht abgesetzte SStücke der VBr. unterscheiden. M- und HSchn. aussen vor der Spitze mit einem Ausschnitte; ferner die Nomiini welche sich von den Broscini durch 2 borstentragende Punkte am Innenrande der Augen (dort einem) und die deutliche Gelenkhaut zwischen dem 3.-5. HlbSternit untencheiden. (Nur 1 Art aus dem Mittelmeergebiet) Broscini.
5'
Hsch. vom Hlb. nicht stielartig, oder ganz schwach entfernt; aber die Spitze des Sch. schiebt sich auf die Oberflache der Fld. hinein.
6"
Aussenfurche der OKf. vorne mit einem Borstenpunkt. VTr. des ♂ mit 2 erweiterten Gliedern oder einfach. Meist kleine Arten.
7"
Vorletztes Glied der KfTs. etwas verdickt und fein behaart, das letzte nur als eine kleine pfriemenförmige Spitze auf dem vorhergehenden aufsitzend (S. 104, Fg. 57 *)) Bembidiini.
7'
Letztes Glied der KfTs. zugespitzt, in Form und Lange wenig vom vorhergehenden verschieden.
8"
K. mit tiefen, dorsalen, hinten nach aussen gerichteten, die Schläfen umfassenden, selten verkurzten St.-Furchen; Basis der Fld. ausserst selten gerandet; ihr Nahtstreifen vor der Spitze (mit wenigen Ausnahmen) hakenformig auf die Scheibe zuruckgebogen. Trechini.
8'
K. mit feinen, geraden, lateralen, hinten stark verkürzten StFurchen, Basis der Fld. oft gerandet; Nahtstreifen vor der Spitze niemals hakenförmig umgebogen Pogonini.
6'
Aussenfurche der OKf. ohne Borstenpunkt. VTr. des ♂ mit 2—4 erweiterten Gliedern. Meist grossere Arten.
9"
St. jederseits neben den Augen mit 2 haartragenden Punkten *)Es gibt Ausnahmen von dieser Regel, aber nur bei einigen Arten, die in unserem Gebiete nicht vorkommen. .
10"
Fld.-Basis innen ungerandet, in der Mitte der Basis mit einem Borstenpunkte. Scheibe nur mit angedeuteten Streifen, der achte am SR. hingegen scharf eingeschnitten und nach hinten allmählich vom R. entfernt, nach innen gehogen und fast den Nahtwinkel erreichend. Ausschnitt der VSchn. in der Mitte gelegen. Ein kleiner Vertreter vom Aussehen eines Acupalpus.

Perigonini. *)Diese Stellung gibt Ganglbauerder einzigen Gattung Perigona. Ich möchte sie aber als einen Verwandten der Masoreinen und Lebiinen ansprechen und habe ihre Stellung in der 2. Tribustabelle, die gleich hinter den 1. folgt, dort angewiesen.

10'
Fld. in der Mitte der Basis ohne Porenpunkt *)Oft ist ein solcher Porenpunkt in der Nähe des Sch. an der Basis des 1. oder 2. Streifens vorhanden, der hier nicht gemeint ist., 8. Streifen normal, vom SR. gleichweit nach hinten verlaufend.
11"
Das beilförmige Endglied der KfTs. auf der schräg nach aussen abgestutzten Spitze des vorletzten Gliedes seitlich eingefügt und etwas gedreht. (S. 189, Fg. 61 *)). K. klein, Augen stark vorragend, dahinter, auch dorsalwärts, tief eingeschnürt, Schläfen nicht vorhanden. Körper dicht, abstehend behaart. Panagaeini
12"
OKF Kurz und dick, zum grossen Teile dorsalwärts freiliegend, mit ausgerandeter dicker, oder abgestutzt-verrundeter Spitze. KSchild manchmal asymmetrisch, mit geneigter oder eingedsuckter häutiger Säumung. VTr. des ♂ mit 2—3 rundlichen, oder quer gerundet erweiterten Gliedern. St. kurz Licinini.
12'
OKf. mit einfacher Spitze, KSchild vorne ohne häutigen Saum, symmetrisch. RKante der Fld. vor der Spitze meistens gekreuzt.
13"
Vorletztes Glied der LTs. mit 2 Borsten. Dorsalfläche dsr VSchn. ohne oder mit nur l Porenpunkt in der Nähe der SAusrandung. Pterostichini
13'
Vorletztes Glied der LTs. mit mehr als 3 Borsten. Dorsalfläche det VSchn. mit zwei oder einer grösseren Reihe von Porenpunkten. Amarini.
9'
St. jederseits neben dan Augen nur mit einem Borstenpunkt.
14"
Hintere Aussenpartie der HHü. gegen den Bauch schräg abfallend. 3-4 Glieder an den VTr. des ♂ verbreitert, diese dreieckig oder herzförmig sehr selten einfach.
15"
RKante der Fld. vor der Spitze gekreuzt (S. 158, Fg. 59 *)), mit hervortretender Innenfalte. F. vom 4. Gliede an behaart. HSchn. ausser dem Dorne an der Seitenausrandung noch mit 2 Enddornen: einer gross und der andere klein (S. 166, Fg. 60 *)). Nur die VTr. des ♂ erweitert, diese mit 3 weiterten Gliedern. Zabrini
15'
RKante der Fld. hinten einfach, nicht gekreuzt, die Epipleuren daher allmählich schmäler werdend und vor der Spitze verkurzt (S. 134, Fg.58 *)). F. vom 3. Gliede an dicht behaart. VSchn. an der Spitze mit einem Endzahne und einem vor demselben. V- und MTr. des ♂ meistens erweitert, selten einfach Harpalini
14'
Hintere Aussenpartie der HHü. flach ausgebreitet, mit dem Bauch in eine Ebene liegend. SR. der Fld. vor der Spitze meistens gekreuzt, unten hervortretender kurzer Innenfalte. 3 Glieder der VTr. beim ♂ erweitert, diese viereckig oder rundlich. OSeite meist behaart. Chlaenini
4'
Die Fld. bedecken die Spitze des Hlb. nicht ganz und sind hinten oft abgestutzt. OSeite mehr oder weniger flach.
16"
Zweite FGlied langer als das dritte. Hierher die blinden Bembidiini.
16'
Zweites FGlied ürzer als das dritte.
17"
Hlb. aus 6 Sterniten bestehend, das letzte einfach, Aussenfurcbe der OKf. ohne Borstenpunkt.
18"
Schn. aussen stark bedornt, mit langen Endspornen. Hscb. so breit die Fld. Masoreini
18'
Schn. auseen unbedornt, nur mit feinen Härchen bewimpert, mit kurzen Enddornen.
19"
Spitzenrand der Fld. ohne häutigen Saum.
20"
Hsch. mit scharfkantigen SRandern, mehr oder wenigsr herzförmig. Lebiini
20'
Hsch. zylindrisch, schmaler als K. und Fld,, seitlich schwach, oder nicht gerandet.
21"
Erstes FGlied nicht auffallig lang und schaftformig, Hsch.-S. schwach gerandet, die Randung beiderseits verkürzt, K. gross, mit langen, fast gerade konvergierenden Schläfen. Tr. einfach. Odacanthini
21'
[75] Erstes FGlied sehr lang und schaftförmig, Hsch. seitlich ungerandot. Vorletztes TrGlied zweilappig. Dryptini.
19'
Spitzenrand der Fld. mit häutigem Saume. Zuphiini.
17'
Hlb. aus 7, beim ♂ aus 8 Sterniten bestehend; der 8. rundlich, in der Mitte des 7. eingsschachtelt. Aussenfurche der OKf. mit einem borstenpunkt. Fld. stark abgestutzt, oft mit häutigem Saume. Brachynini.


Gattungsgrupppen: 2 Uebersicht,

zum Teile auf secundäre Merkmale aufgestellt.


1"
Körper gerundet. Fld. enge an den Hsch angeschlossen mit 14 Punktstreifen, Sch. nicht sichtbar.

Omophroninae

1. Gen. Omophron
1'
Körper gestreckt. Hsch. frei beweglich, Fld. höchstens mit 9 nur bei Lorocera mit 12 Streifen.
2"
VSchn. ohne deutlichen Ausschnitt am Innenrande.
Carabinae
3"
Beide Dornen der VSchn. stehen an der Spitze.
4"
Nur 4 Basalglieder der F. kahl.
5"
Basis der Fld. ungerandetCarabini
5'
Basis der Fld. gerandet Nebriini
4'
Alle FGlieder unpunktiert und ausser den Terminalhaaren kahl. Trachypachini
3'
Ein Dorn der VSchn. steht an der Spitze, der andere davor am HR.
6"
Körper flach, metallisch, St. gestrichelt, 2. Zwischenraum der Fld. breit. Notiophilini
6'
Körper gewölbt, metallisch, St. nicht getrichelt, zweiter Zwischenraum normal, meist mit reihigen, vertieften Augenflecken Elaphrini
2'
VSchn. mit kraftigem Ausschnitt am Innenrande, davor steht immer ein Dorn.
Harpalinae
7"
Die basale Hälfte der F. mit langen Borsten, Fld. mit 12 Streifen. Lorocerini
7'
F. ohne Borsten, nur mit feinen Tasthaaren, Fld. höchtsens mit 9 Streifen.
8"
Hsch. mit dem hlb. durch einen halsartigen Stiel der MBr. verbunden. HWinkel verrundet oder auf die Seiten gerückt. Sch. tiefliegend.
9"
Vschn. gefingert, Glied 2 der F. länger als 3. Scaritini
9'
Vschn. einfach; Glied 2 der F. kürzer als 3. Broscini
8'
MBr. nicht gestielt, SchSpitze auf die Deckenbasis eingeschoben.
10"
Fld. am Ende abgerundet, den Hlb. vollstandig bedeckend.
11""
Vtr. des ♂ mit nur 2 dreieckigen oder herzförmigen, erweiterten Gliedern. Meist kleine Formen. (Bipalmati.)
12"
Vorletztes Glied der Ts. etwas verdickt, das letzte als pfriemenförmige kleine Spitze am vorhergehenden aufsitzend Bembidiini
12'
Letztes Glied der Ts. zugespitzt, fast so lang als das Vorletzte.
13"
Basis der Fld. ungerandet, Nahtstreif hinten hakenformig zurückgebogen. Trechini
13'
Basis der Fld. gerandet, Nahtstreif einfach. Pogonini
11‴
VTr. des ♂ mit 2 oder 3 erweiterten, stets viereckige oder verrundeten Gliedern. (Patellimani.)
14"
Okf. zum grossten Teile von oben sichtbar, dorsal, mit dicker, oder ausgerundeter Spitze Licinini
14'
OKf. lateral, mit einfacher Spitze. OSeite oft behaart.
15"
St. neben den Augen mit 2 längeren Haarborsten.
Körper dicht und lang aufstehend behaart. Panagaeini
15'
St. neben den Augen mit 1 Borstenpunkt. Körper anliegend behaart oder kahl. Chlaeniini
11"
VTr. des ♂ mit 3 erweiterten, herzförmigen oder ausgerandeten Gliedern.(Tripalmati)
16"
St. neben den Augen mit 2 Borstenpunkten, Vschn. mit 1 Enddorn.
17"
Vorletztes Glied der LTs. mit 2 Borsten. Pterostichini
17'
Vorletztes Glied der LTs. mit 3 oder mehr Borsten. Amarini
16'
St. neben den Augen mit einem Borstenpunkt, VSchn. mit 2 Enddornen. Zabrini
11'
VTr. (und meist auch die MTr.) mit 4 erweiterten, herzförmigen oder ausgerandeten Gliedern. (Quadripalmati)Harpalini
10'
Fld. den Hlb. nicht ganz bedeckend, die Spitze desselben frei sichtbar, erstere meistens abgestutzt.
18"
Zweites FGlied länger als das dritte. Herher die blinden: Bembidiini
18'
Zweites FGlied kürzer als das dritte.
19"
Hlb. aus 6 Sterniten bestehend.
20"
Schn. lang bedornt, mit langen Endspornen; Hsch so breit als die Fld. Masoreini
20'
Schn. nur mit kurzen Härchen bewimpert, mit kurzen Endspornen.
21"
Spitzenrand der Fld. ohne häutigen Saum.
22"
Hsch. mit scharfkantigen SRändern, meistens mehr weniger herzförmig.
23"
Fld. am Ende gemeinschaftlich abgerundet, 8. Streif sm SR. stark verkürzt, hinten vom SR. sich entfernend und vor der Spitze schräg bis zum Nahtwinkel verlängert. Perigonini
23'
Fld. mehr weniger abgestutzt, 8. Streif normal. Lebiini
22'
Hsch. zylindrisch, schmäler als K. u. Fld.
24"
Erstes FGlied nicht auffallig lang, Tr. einfach. Odacanthini
24'
Erstes FGlied sehr lang, schaftförmig Dryptini
21'
Spitzenrand der Fld. mit häutigen Saume. Zuphiini
19'
Hlb. aus 7, beim ♂ aus 8 Sterniten bestehend. Fld. stark gestutzt. Brachynini


1. Unterfamilie. Omophroninae.

Ist auf eine einzige Gattung beschränkt. (1. Tribus.)

1. Gattung: Omophron Latr.

Epactius Schneider.
Grundkäfer, Von allen nachfolgenden durch die rundliche Körperform, den stark entwickelten, schaufelförmigen VBr.-Fortsatz, der die MBr. bedeckt, den unbeweglich an die Basis der Fld. gefügten, das Sch. vollständig übergreifenden Hsch. und durch die Fld. abweichend; letztere weisen 14 Punktstreifen auf, wo sonst 9 Regel ist und nur bei Lorocera 12 vorhanden, sind *)Ebensoviel oder noch mehr Streifen haben viele Carabusarten, aber dort sind sie entweder nur fein ausgedrückt oder es werden je 4, 6 oder 8 Streifen durch einen Kettenstreifen abgegrenzt. .

In Europa nur durch 3 Arten vertreten, wovon nur eine in Mitteleuropa einheimisch ist. Diese Gattung ist ihrer Form und Lebensweise nach als ein Bindeglied zwischen den Carabiden und Dytisciden, also den Schwimmkäfern, zu betrachten. Die wenig bekannten Arten leben im nassen Ufersande der Flüsse, wo sie sich in Gängen desselben aufhalten. Die Larve, welche durch ihre StBewaffnung denjenigen von Elaphrus, die ebenfalls an gleichen Orten sich entwickeln, sehr ähnlich wird, ist auf T. 9, Fg. 4 a naturgetreu dargestellt.



  1. O. limbatus Fbr. Braungelb, der Scheitel jederseits dreieckig, ein rhombischer Flecken auf der Scheibe der Fld., die Naht der letzteren, ein Flecken an der Basis und 2 gebuchtete, aussen verkürzte Querbinden, wovon die vordere gewöhnlich unterbrochen erscheint, grün. F. und B. dünn. Hsch. nach vorne verengt, Basis doppelbuchtig, VWinkel spitzig vorgezogen, Fld. ohne abgekürzten Skutellarstreif. 6mm.
    In ganz Deutschland nachgewiesen. — T. 9, Fg. 4: a Larve, b Käfer, c OL., d OKf., e UKf., f UL.



77

2. Unterfamilie. Carabinae.

Von den nachfolgenden Unterfamilien durch die vorne kielförmig zusammengedrückte MBr., die nach hinten offenen Gelenkhöhlen der VHü. und die seitlich nicht ausgerandeten VSchn., an welchen beide Dornen an der Spitze stehen scharf charakterisiert.



2. Tribus Carabini.

Von den Nebriini, mit denen sie obige gleiche Charaktere aufweisen, durch ungerandete Basis der Fld. und den Mangel des Borstenpunktes in der seitlichen OKf.-Furche abweichend.

Hierher gehören die grossen Vertreter der Familie, die in 4 Gattungen untergebracht sind.



1"
HHü. einander berührend; K. normal, nicht Schnauzenförmig verlangert; OL. quer, ausgebuchtet; der umgeschlagene Seitenrand der Fld. schmal, zwischen den Episternen der HBr. in dem 1. Sternite schwach stumpfwinkelig erweitert.
2"
OKf. auf der OSeite schräg gerunzelt; 2. Glied der F. sehr kurz, das 3. lang, beide zusammengedrückt, zum Teil scharfkantig; Korper meistens geflügelt.2. Calosoma
2'
OKf. auf der OSeite nicht gerunzelt oft punktiert; 2. und 3. G1ied der F. nicht deutlich zusammengedrückt, meist stielrund; Körper sehr selten geflügelt.
3"
VTr. in beiden Geschlechtern einfach; Wangen dicht unter den Augen mit einem Höcker; Körper sehr gross, rauh skulptiert.3. Procerus
3'
Die ersten 3 oder 4 Glieder der VTr. des ♂ erweitert, unten mit büntenartiger Sohle. Wangen dicht unter den Augen ohne Höcker. Korper gross oder mittelgross4. Carabus
1'
HHü. durch einen Zwischenraum voneinander getrennt; K. schmal, lang, schnauzenförmig; OL. lang und fast bis auf den Grund in 2 schmale Lappen geteilt; der umgeschlagene Rand der Fld. sehr breit, eben dem ersten Tergite nicht winkelig vorspringend.5. Cychrus


2. Gattung: Calosoma Weber.

Puppenräuber, Raupentoter. Umfasst nur wenige Arten, die sich von der verwandten Gattung Carabus durch die Skulptur der OKf. und F. unterscheidet. Ausserdem sind sie meistens geflügelt, weshalb der Schultenwinkel der Fld. stark ausgebildet, prononciert erscheint; die ungeflügelten asiatischsn Arten bilden die Gattung Callisthenes. Die Gattung ist über die ganze Erde verbreitet und schon in der Tertiärzeit aufgetreten. Einige Arten jagen in den Waldern nach Raupen, besonders des Prozessionsspinners und der Nonne, andere auf Feldern und Heiden. Wo sich grossere Raupenmengen vorfinden, pflegen sie zahlreich einzutreffen, weshalb sie für den Forstwirt von grossem Nutzen sind.

Die schwarze, oben mit verhornten Ruckenschildern versehene Larve ist jener der Carabus arten naturgemäss sehr ähnlich.



1"
Die Seitenfurchen des VBr.-Fortsatzes reichen nicht bis zur Spitze deselben.
2"
Seiten des Hsch. vor der Basis ungerandet. 4 Glieder an den VTr. des ♂ erweitert und besohlt.
Untergattung Calosoma in spe
1. inquisitor L.
2'
Seiten des Hsch. bis zur Basis vollständig gerandet. 3 Glieder an den VTr, des ♂ erweitert und besohlt.
Untergattung Callipara Motsch.
2. sycophanta L.
1'
Die Seitenfurchen des VBr.-Fortsatzes reichen bis zur Spitze. Hsch. an den Seite vollstandig gerandet. 3 Glieder an den VTr. des ♂ erweitert und besohlt.
3"
Glied 5 den F. wie die folgenden ringsum dicht und fein behaart.
4"
Nur die Mschn. des ♂ schwach gekrümmt.
Untergattung Charmosta Motsch
3. investigator Illig.
4'
M- u. HSchn. des ♂ stark, des ♀ viel schwacher gekrümmt.
Untergattung Campolita Motch
4. auropunctatum
3'
Glied 5 der F. an den Seiten kahl und glänzend. Körper kurz, mit breitem Hsch.
Untergattung Callisphaena Motsch.
5. reticulatum Fbr.


  1. Calosoma inquisitor L.
    Unten metallischgrün oben bronzefarbig, oder braunkupferig; manchmal mit hellen grünen Randern (= a. viridimarginatum Letzn.), oder auch oben einfarbig grün (= a. virescens Reitt.), oder blau (= a. coeruleum Letzn., violaceum Westh.), oder die Fld. blau, Hsch. mehr oder weniger grün (= a. varians Letzn.), oder die ganze OSeite schwarz (a. nigra Letzn.). Fld. mit dichten Punktstreifen, die 3 primaren Zwischenraume mit gleichfarbigen Punktgrübchen, die seitlichen Zwischenräume schuppig gerunzelt. 16—21 mm.
    In ganz Europa, bis Sibirien verbreitet.— Tafel.2, Fg.1: a : Käfer, b : Fld., vergr.
  2. Cal. sycophanta L.

    Raupenjäger, Puppenrauber, Bandit, Baumkäfer. Blau oder schwarzlichblau, Fld. goldgrün mit mehr weniger rotem Schimmer; F., Mund und B. schwarz. Fld. purpurrotgolden: a. purpureo-auratum Letzn.; OSeite ganz schwarz (sehr selten): v. corvinum Heller; 1 Expl. ist in Sachsen gefunden worden. 24—30 mm.
    Europa. In Eichenwäldern die Raupen des Prozessionsspinners verfolgend, aber auch einzeln auf andern Bäumen und Sträuchern. T. 2, Fg.2 a : Larve, b : Puppe von vorne und hinten, c : Käfer, d : Fld., vergr., e : F., f : OL., g : OKf, h : UKf., i : OL:, k :Flügel.
  3. Cal. investigator Illig. (sericeum Strm.)
    Schwarz, oben mit schwachem Kupferscheine, Fld. mit sehr gedrangten, schüppig gerunzelten, unordentlichen Längsstreifen, und 3 Reihen Goldgrübchen, diese nehmen mehr als einen Schuppenstreifen in Anspruch; zwischen ihnen befinden sich mindestens 5 feine Längsstreifen. 20—23 mm.
    In Norddeutschland: Preussen, Pommern, Mecklenburg, Westfalen. — Tafel 2., Fg.3: a: Käfer, b: Fld., vergr.

  4. Cal. auropunctatum Hrbst. (sericeum Fbr.).
    Goldpunktierter Puppenrauber. Langer als der vorige, schwarz, fast matt, die Seiten meistens mit schwachem grünen Schein. Fld. mit schüppig skulptierten Längsreihen und 3 Reihen goldgrüner Grübchen; diese nehmen einen ganzen Zwischenraum in Anspruch; zwischen den primären Goldgrübchenreihen mit 3 unordentlichen geschuppten Zwischenraumen. 92—30 mm.
    Vom Mai bis Oktober auf trockenen, sandigen Feldern, in Sandgruben und Gärten der Ebenen in Nord- und Mitteleuropa. Thüringen, Oldenburg, im Harz, Hamhurg, Böhmen, Schlesien etc. — T. 2, Fg.4: a: Larve, b: Mundteile derselben, c: Käfer, d: Fld., vergr.

  5. Cal. reticulatum Fbr.
    Gedrungen gebaut, Hsch. wenig schmäler als die kurzen Fld., schwarz, OSeite und die SStücke der Br. mehr oder weniger lebbaft bronzegrün bis grünlich schwarz. 5. Glied der F. an den Seiten kahl. Fld, dicht gestreift, die Zvrischenräume grob geschuppt, die primären mit gleichfarbigen, nicht auffälligen Punktgrübchen besetzt. 21—24 mm.
    Westfalen, Mecklenburg, Pommern, Sohlesien bis Oesterreicb; dann am Nord~ und Ostseestrande, selten. Soll in Pommern mehrfach zahlreich unter Rübenkraut gefunden worden sein. T. 2,Fg.5: a:Kafer, b: Fld., vergr.



3. Gattung: Procerus Dej.

Eine grosse, schwarze, grob runzelig skulptierte Käferart dieser Gattung, Procerus gigas Creutz, kommt im südlichen Steiermark, Krain, Kroatien und auf der Balkan- [79] halbinsel vor, wo sie nicht selten an Schnecken fressend angetroffen wird. Eine 2. Art kommt in Griechenland, eine 3. in der Türkei voor.



4. Gattung: Carabus Lin.

Umfasst die grossen Laufkafer, mit innen nicht ausgorandeten Vschn. glatten OKf, querer, einfach oder doppelt gebuchteter OL. und nicht zusammengedrückter FBasis. Von Calosoma durch das letztere Merkmal und die glatte OKf., von Cychrus durch andere Gestalt, kürzeren K. und die Form der OL hauptsächlich verschieden. An den VTr. des ♂ sind gewöhnlich 4, seltener 3 Glieder erweitert und unten mit einer burstenartigen Sohle bekleidet.

Wir kennen weit uber 800 Arten, die hauptsächlich über die paläarktische Regio verbreitet sind und besonders im Kaukasus sich zu grossem Artenreichtum entwickelt haben. Die Arten sind, im Gegensatze zu Calosoma, upgeflügelt; es gibt aber Individuen einiger Arten, besonders bei C. clathratus und granulatus, bei denen vollständig entwickelte Fl. angetroffen werden. Die Tiere leben in Wäldern, auf Feldern, nassen Wiesen, im Gebirge und in der Ebene. Käfer und Lsrven verzehren mit Vorlieb Schnecken, Regenwürmer, aber auch Raupen und verschiedene andere Insekten, und verschmähen auch Aas nicht, weshalb sie leicht mit altem Fleisch geködert werden können.

Die Larven unterscheiden sich sehr wenig von den Jugendstadien der Calosomen; sie haben nur längere F., die Rückenschilder des Hlb. sind seitlich weniger aufgebogen und oben nicht eingedrückt. Ihre OSeite ist gewöhnlich schwarz. Sie sind, wie die Käfer, Nachttiere, indem sie zumeist nur nachts auf Nahrung ausgehen.

Beim Studium des Gen. Carabus, sowie dessen nächsten Verwandten, ist es notwendig, sich mit den Skulpturelementen derselben vertraut zu machen. Obwohl die Fld. dieser meist grossen Tiere nur sehr abweichend skulptiert zu sein scheinen, so müssen wir uns vor Augen halten, dass alle Arten sich aus einer Grundform entwickelt haben und dass jede sich auf diese zurückführen lässt. Das eine 80 Extrem ist eine durchaus gleichförmige, einfache Skulptur, wie sie sich uns z.B. bei Carabus glabratus, marginalis etc. darbietet, woselbst dichte und feine irreguläre Körnchen die OSeite ausfüllen. Unter diesen Arten können Individuen vorkommen, bei denen schon die primären Puuktreihen weitlaufig eingestochen angedeutet erscheinen. Das andere Extrem zeigen Fld. mit starken primaren Kettenstreifen und dazwischen hohe einzelnen Sekundärrippen. Die Skulptur, welche zwischen diesen Estremen die Mitte hält, wäre folgende: Zwischen 3 Reihen von Kettenstreifen (primäre Reihen) befinden sich 3, 5 oder 7 Zwischenräume der Punktstreifen, welche auch kurz als "Limes" bezeichnet werden. Gewöhnlich sind 3 Limes zwischen den primären Reihen. Der mittlere Zwischenraum ist der sekundäre, die daneben befindlichen die tertiären, die nächsten die quaternären u. s. w. Die sekundaren Zwischenräume haben das Bestreben, sich auf Kosten der umgebenden tertiären, oder auch der quaternärem kräftiger zu entwickeln und werden so zu Rippen. Es sind demnach die nicht unterbrochenen Rippen auf den Flügeldecken stets als sekundäre Zwischenräume zu erkennen; neben ihnen sind dann noch Spuren der tertiären Limes angedeutet, oder können vollständig fehlen. — In manchen Fällen sind die Fld. sehr fein und gleichmässig, gestreift, alle Zwischenräume flach, die primären nur durch einzelne eingestochene Punkte erkennbar. Diese Skulptur kann statt der Punkte dur Raspelpunkte (ein Punkt, davor ein Körnchen) oder Körnchenreihen ersetzt werden; eine solche Skulptur bildet den Uebergang zu jener gleichmässigen, regellosen Körnelung, wie sie Carabus glabratus etc. aufweist.



1"
Hsch. ohne normale Borsten
2"
FGlied auf der 0Seite ohne Borstenpunkt.
Procrustes *)Die UGattungen haben bei einer Lokalfauna, wo sie meist nur einen Vertreter aufweisen, wenig Wert; sie sind erst zur fixierung einer Artengruppe von Nützen, wo die zahlreichen Carabus-Arten in Betracht zu ziehen sind. Bon.
coriaceus L.
2'
FGlied auf der OSeite mit einem Borstenpunkt.
Pachystos Motsch.
hungaricus Fabr.
1'
HSch. mit normalen Borsten  *)Eine in der Nähe der HWlnkel (bei abgeriebenen Stücken an dmm Punktgrübchen erkennbar) und eine oder mehrere an den Seiten oder in der Mitte des Hsch.
3"
Vorletztes Glied der LTs. auf der Innenseite mit mehr als 2 Borsten bedeckt.
4"
Aussen-R. der OKf. stumpfwinkelig (S. 88, Fg. 64 *)).
Pseudocechenus Moraw
irregularis Fabr.
4'
Aussen-R. der OKf. gerundet, ohne Spur einer Ecke.
5"
Borstentragende Kehlpunkte am UKinn vorhanden (Fg. 52) *)
6"
Hlb.-Querfurchen fehlen.
Platycarabus Moraw.
7"
FGlied 1 gestreckt. fast 3mal so lang als breitCreutzeri Fbr.
7'
Fglied 1 kurz, nur doppelt so lang als breit. Fld. meistens mit breitem. matt smaragdgrünen SR. und ebensolchen Punktgrübchen. Fabricii Panz.
6'
Hlb~Querfurchen vorhanden (Fg. 53) *)
8"
Endglieder der KfTs. auf der OSeite gefurcht.[81]
Chaetocarabus Thoms
intricatus L.
8'
Endglieder der KfTs. Nicht gefurcht.
Mesocarabus Thoms.
catenulatus Scop.
5'
Borstentragende Kehlpunkte fehlen. (Hlb.-Furchen fehlen.)
Megodontus Sol.
violaceus L.
3'
Vorletztes Glied de LTs. nur mit 2 in einer Reihe stehenden Borsten besetzt.
9"
OKf, lang; Innen- und Aussen-R. gleichmässig zur Spitze gebogen (Fg.55 *)).
10"
Borstentragende Kehlpunkte vorhanden, SR. der Fld. vorne mit einigen feinen, sägeartigen Einkerbungen, uneben, mit Gruben, beim ♀ an der Spitze mit tiefe Ausbuchtung jederseits. Hsch. uneben.
Hygrocarabus Thoms.
variolosus Fbr.
10'
Borstentragende Kehlpunkte fehlen. SR. der Fld. glatt, Scheibe mit 3 Rippen. Okf. nur mit kurzer und flacher Aussenfurche an der Basis.
Chrysocarabus Thoms
auronitens F.
9'
OKf. kurz, ihr Innen-R. fast gerade, die Spitze plötzlich nach Innen gebogen (Fg.56 *))
11"
Endglied aller Ts. beim ♀ schwach, beim ♂ stark dreieckig verbreitert. F. des ♂ einfach *)d. h. sle haben auf der USeite ihrer MGlieder keine kahlen buckeligen Erhabenheiten.
12"
Quere Hlb.-Furchen vorhanden.
Tomocarabus Reitt.
convexus Fbr.
12'
Hlb.-Furchen fehlen.
Callistocarabus Reitt.
marginalis Fbr.
11'
Endglied der Ts. beim ♂ und ♀ schlank, gleichartig, einfach, wenig breiter als die vorhergehenden, oder nur beim ♂ sehr undeutlich erweitert.
13"
Die Aussenecke der VSchn. ziemlich lang und spitzig vorgezogen.
Hemicarabus Géhin.
nitens L.
13'
Die Aussenecke der VSchn. normal, als kurzer, abgerundeter Lappen weinig vortretend.
14"
Fld. des ♀ seitlich vor der 8pitze mit starker, des ♂ mit schwacher, aber deutlicher Ausrandung oder Ausschweifung; die Marginal- und Epipleuralkante stossen vor der Ausschweifung zusammen und bilden daselbst eine manchmal scharfe, manchmal verrundete Ecke.
15"
Fld. mit 3 g1atten Längsrippen. FBasis und B. zum grossen Teile gelbrot.
Autocarabus Seidl.
auratus L.
15'
Fld. mit 3 Kettenstreifen, dazwischen oft mit glatten sekundären Rippen.
16"
Hsch. an den Seiten vor der Mitte nur mit einem borstentragenden Porenpunkten. Episternen der HBr. länger als breit. Die Kettenstreifen sind durch Gloldgrübchen unterbrochen.
Limnocarabus Géhin.
clathratus L.
16'
HSch. an den Seiten vor der Mitte mit 2—4 borstentragenden Porenpunkten.
17"
Das 4. FGlied an der Spitze dicht behaart Episternen der HBr. länger als breit.
Carabus in spe.
18"
Zwiscben der Naht und der ersten Tuberkelreihe der Fld. befindet sich keine Rippe, hochstens an der Basis ein kurzes Rippenrudiment; die beiden sekondären Zwischenrippen sind hoch und glatt. Fld. des ♂ und ♀ an den 8eiten vor der Spitze nur ausgebuchtet, davor keinen scharfen Winkel bildend Menetriesi Hummel.
18'
Zwischen der Naht und der ersten Tuberkelreihe befindet sich mindestens eine feine Sekondärrippe. Die primären Kettenstreifen und die glattrandigen, dazwischenliegenden Sekundärrippen fein ausgepragt. Fld. des ♀ an den Seiten vor der Spitze ausgerandet, davor einen scharfen, stumpfen Winkel bildend. granulatus L.
17'
Das 4. FGlied, ausser den wenigen, längeren Endhaaren, kahl Episternen der HBr. breiter als lang.
Goniocarabus Reitter.
cancellatus Illig.
14'
Fld. des ♀ an den Seiten vor der Spitze mit mehr schwacher, nur angedeuteter, des ♂ ohne Aussschweifung; die letztere bildet beim ♀ davor keine Ecke
19‴
Fld. zwischen den primären, durch Punkte unterbrochenen Streifen mit 3 durch feinePunktstreifen geechiedenen Zwischenräumen (Limes) *)Manchmal ist der mittlere stärker, ja feinkielig, auf Kosten der umgebenden ausgebildet, so zwar, dass statt der 3 Zwisschenräume (Limes) eine einzelne Rippe vorhanden er scheint.
20"
Seiten des Hsch. vorn mit 3-4, sltener 2 normalen haartragenden Porenpunkten.
21"
Seiten des HscH. schmal abgesetzt und aufgebogen, der aufgebogene R. krümmt sich um die Spitze der kurzen HEcken im Bogen herum.
Eutelocarabus Géhin.
arvensis Herbst.
21'
Seiten des Hsch. meistens breit abgesetzt und aufgebogen, der aufgebogene R. endet frei gegen die Spitze der meist strker verläingerten HEcken.
22"
Die tertiären oder die tertiären und sekundären Intervalle zwischen den Kettenetreifen durch quere Runzeln schuppig skulptiert.
23"
Fld. mit stark erhabenen Kettenstreifen und dazwischen mit einer glatten Sekundärrippe, die tertiären Intervalle reduziert, aber stark scbuppig skulptiert. Hsch. vorne an den Seiten nur mit 2 normalen Porenpunktborsten.
Eucarabus Géh.
Ullrichi Germ.
23'
Fld. mit 3 dicht unterbrocbenen Kettenstreifen, dieser kaum breiter als die 3 dazwischenliegenden, gleichartigen Zwischenräume, diese letzteren insgesamt querschuppig skulptiert.
Xystrocarabus Reitter.
catenatus Panz.
22'
Weder die tertiären noch die sekundären Intervalle der Fld. querrunzelig schuppig skulptiert.
24"
Hsch. ziemlich viereckig, die Seiten vor den HWinkeln ausgeschweift, die HWinhel kurz, gerade nach hinten verlängert, der innere HR. der letzteren nicht wulstig erhaben begrenzt.
Loxocarabus Reitt.
obsoletus Sturm.
24'
Hsch. breit, kaum schmäler als die Fld. an den Seiten samt den HWinkeln gerundet, vor den letzteren nicht deutlich ausgeschweift; die HEcken lang lappig vorgezogen und etwas nach innen gerichtet, abgerundet, ihr innerer Spitzen-R. fein wulstig erbaben.
Morphocarabus Géhin.
25"
Fld. mit 3 dicht unterbrochenen, markanten primären Kettenstreifen, die Zwischenräume der 3 dazwischen befindlicben Punktreihen als feine glatte Rippchen markiert; der mittlere (sekundäre) Zwischenraum oft auf Kosten der umgebenden stärker entwickelt monilis Fbr.
25'
Fld. mit spärlich unterbrochenen, meist undeutlichen primären Reihen, die sich gar nicht oder sehr wenig von den anderen abheben; gewöhnlich auch die sekundären und tertiären Limes, besonders hinten, durch kleine Punkte unterbrochen. Scheidleri Panz.
20'
Hsch. an den Seiten vor der Mitte nur mit einer normalen Borste. Auf den wenig gut begrenzten, schmalen Zwischenräumen, sowie dicht vor den kleinen Punktgrübchen der primären Intervalle, stehen sehr kleine, nach hinten gezogene Körnchen und bilden eine nadelrissige Skulptur.
Trachycarabus Gehin.
scabriusculus Oliv.
19"
Fld. zwischen den primären, durch Punkte oder Grübchen unterbrochenen Intervallen mit 5—7 feinen Zwischenräumen.
26"
UKinn querwulstig verdickt. Fld. mit undeutlichen Streifen, am Grunde nicht mit reibeisenartigen Körnchen besetzt, dazwischen mit 3 gröberen Punktreihen, welche die normalen Kettenstreifen vertreten.
Archicarabus Seidl.
nemoralis Müll.
26'
UKinn flach, nicht quergewulstet. Fld. mit deutlichen feinen Längsstreifen, am Grunde nicht gekörnt, nur am VR. der primären Punktgrübchen mit einem nach hinten gezogenen Körncben besetzt. Die goldenen Punktgrübchen der primären Reihen auf den Fld. unterbrecben 3 Intervalle.
27"
Borstentragende Kehlpunkte am UKinn fehlen. Sternite mit queren Furchen.
Euporocarabus Reitter.
hortensis L.
27'
Borstentragende Kehlpunkte am UKinn vorhanden. Sternite ohne quere Furchen.
28"
HSchl. auf der USeite der Länge nach gefurcht. F. und B. schwarz.83
Orinocarabus Kraatz.
silvestris Panz.
28'
HSchl. auf der USeite nur an der Spitze kurz gefurcht. F. u. B. zum Teile rot.
Carpathophilus Reitt.
Linnei Panz.
19'
Fld. überall mit sehr feinen dichten Körnchen besetzt; diese nicht oder undeutlich gereiht, keine Streifen bildend, oft fast glatt erscheinend, ohne primäre Grübchenreihen, Kinn mit borstentragenden Kehlpunkten, Bauch mit queren Furchen.
Phricocarabus Reitter.
glabrathus Payk.


  1. Car. (Procrustes) coriaceus L.
    Leder-Laufkäfer. Schwarz, glanzlos, OL. doppelbuchtig, K. und Hsch. fein, die Fld. stark pun}tiert und gerunzelt ohne Streifen, die 3 primären Punktreihen dazwischen schwer erkennbar 34—40 mm.
    In ganz Deutschland, in der Ebene und im Vorgebirge, vereinzelt, aber nicht selten. Weit nach Süden und Osten verbreitet, wo er in verschiedenen Rassen auftritt. Die Larve ist von den der nachfolgenden Carabus durch ihre Grosse und durch die an der Basis stark und dicht, nach hinten zu feiner gerunzelten Tergite zu unterscheiden.— T. 3, Fg.l: a: Larve, b: Mundteile derselben von unten, c: Käfer, d: F., e: OL., f und g: OKf., i: UL.

  2. Car. (Pachystus) hungaricus Fbr.
    Robust, schwarz, wenig glanzend, Hsch. ohne SBorste, Fld. dicht und fein raspsartig punktiert, dazwischen drei Reihen grösserer Puukte. 22—28 mm.
    Im südlichen Mähren bei Brünn einige Male gefunden. Kleinere, glanzendere Stücke, wie sie in der Wiener Umgebung vorkommen, sind die v. viennensis Kr.

  3. Car. (Pseudocechenus)irregularis Fbr.
    fg. 54 *) Schwarz, oben kupferbraun metallisch; die Wurzel der F. rot; K. gross, Hsch. klein, wenig breiter als der K.; Fld. flach, elliptisch mit unregelmässigen, zerstreuten goldgrünen Grübchen und vorne grünem SR.17—30 mm.
    In den Gebirgen von Mittel- und Süddeutschland. Schneeberg, Glatzergebirge, Beskiden und Sudeten, vom Mai bis Anfang August in ganz verfaulten Baumstöcken, vorzüglich der Buche, wo er sich Gänge und Höhlen macht. Tafel 3, Fg.3: a: Käfer, b Fld.

  4. Car. (Platycarabus) Creutzeri Fbr.
    Flach, schwarz, OSeite mit blauem Scheine, die Ränder oft purpurfarbig angehaucht; K. klein, lang, Hsch. herzförmig schmal, schmal gerandet, daselbst nicht verflacht, die HWinkel stumpf und nicht vorragend; Fld. mit feinen reibeisenartigen Körnchen undeutlich reihenweise und dicht besetzt, dazwischen mit 3 deutlicheren Punktreihen. 24—28 mm.
    Nach Schi1sky in Baden. Nach Herrn Kelch sollen einmal am Altvatergebirge 2 Expl. gefangen worden sein, nachdem aber neither in 60 Jahren das Tier daselbst nicht mehr zum Vorschein kam, dürfte diese Angabe auf einer Verwechslung beruhen. Die Larve ist wie von der vorhergehenden Art bekannt. Tafel 4, Fg.2: a Käfer , b Fld.

  5. Car. (Platycarabus) Fabricii Panz.

    Schlank, schwarz, OSeite kupferig oder bronzefarbig; der SR. der Fld. nnd 3 weitlaufige Grübchenreihen smaragdgrün; die 4 Basalglieder der braunen F., die Schn. und Tr. rotbraun; K. länglicb, Hsch. klein, nach hinten verengt, sehr schmal abgesetzt, die HWinkel kurz vortretend. 16—23 mm.

    In den östlichen höheren Beskiden, am Radbost, selten; zahlreicher auf der Babiagora in den österreichischen und illyrischen Alpen häufig. Eine ganz smaragdgrüne, schöne Aberration: a. malachiticus Hampe kommt auf der Tatra und in den östlichen Karpathen vor.

  6. Car. (Chaetocarabus) intricatus L. (C. cyaneus F.)

    Lang-eiförmig flach; unten schwarz, oben mehr oder weniger blau odor violett; Hsch. fast quadratisch; Fld. mit groben, reihig gestellten Längsrunzeln, dazwischen mit 3 feinen Kettenstreifen. Bei v. bohemicus Haury sind die Runzeln zwischen den 84 Kettenstreifen zu fast regelmässigen 3 Kiellinien umgeformt; bei v. germanicus Somen. (laticollis Roschke) ist der Hsch. qner und die Fld. breiter mit variabler Skulptur. Schmale, gewöhnlich kleine Stücke mit hellblauer OSeite und zerhackter Fld.-Skulptur sind v. angutulus Haury.

    In den Wäldern der Ebene und im Gebirge unter Moos, Rinden, Steinen, faulen Baumstöcken (bis zu 1500 m Höhe) nicht selten. Die v. germanicus stammt aus der Mark, v. bohemicus aus dem Böhmerwalde. —Tafel 4, Fg.1: a Käfer, b Fld.

  7. Car. (Mesocarabus) catenulatus Scopoli.

    Kleiner Ketten-Laufkäfer. Robust, schwarz, die Seiten des Körpers auf der OSeite mit blauem Scheine Hsch. mit breit verflachten Seiten und lang ausgezogenen HWinkeln; Fld. gewölbt, mit 3 feinen Kettenstreifen, dazwischen mit 3 vielfach unterbrochenen und daneben fein gekörnelten Limes (Stammform); oder es befinden sich zwischen den Kettenstreifen 3 regelmässige, fein kielig gehobene Intervalle: v. harcyniae Strm., oder diese Zwischenranme sind undeutlicher, erhaben runzelig gerieft, in den Furchen gekerbt: v. austriacus Strm. Bei v. Mülverstedti Reitt. sind zwischen den feinen Kettenstreifen 7 feine gekerbte Längsintervalle, wovon dazwischen 3 etwas deutlicher hervortreten. 20—27 mm.

    Nord- und Mitteleuropa. In Deutschland uberall, aber meistens nicht häufig; v. harcyniae ist aus dem Harze beschrieben, v. austriacus aus Oesterreich und v. Mülverstedti aus Westpreussen und zwar aus der Umgebung von Rosenberg.— Tafel 3, Fg.5: a Käfer, b Fld. Fg. 6: v. harcyniae Strm. a Käfer,b Fld. Fg. 7: v. austriacus Strm.: Fld.

  8. Car. (Megodootus) violaceus L.

    Goldleiste. Lang elliptisch, schwarz, Seiten des sach. und der Fld. mit violetten, blauen oder grünlichen Rändern 18 — 34 mm.

    Von der weit verhreiteten, zu Rassenbildungen neigenden Art, kann man bei uns folgende Formen unterescheiden.

    1. Forzeps nicht gedreht, an der Spitze schwach einseitig verdiekt, in ainor Ebene aach vorne gekrümmt. OSeite matt, Fld. sehr fein gekörnt, ohne Streifenbildung, SR. lehhaft blau oder purpurrot: Stammform. Sie ist über Skandinavien, Deutschland, südlich his Salzburg und östlich bis nach Ungarn verbreitet. Unterrassen: v. candidatus Dftsch. aus Böhmen, durch breiteren Umriss, breiteren Hsch. und weniger runzelige Fld.; v. glabrellus Dej., aus Schlesien, durch gestrecktere Körperform und gewölbtere Fld. von der Stammform zu unterscheiden. v. pseudoviolaceus Kr. weicht von letzteren durch den starken Glanz der OSeite ab. Mähren.
      Rasse: v. purpurascens Fbr. Fld. mit ganz regelmässigen, am Grunde punktierten Streifen und dichten kielig erbabenen Zwischenraumen; die primären Zwischenräumen sind durch feine Punkte wenig dicht unterbrochen. Bei v. crenatus Strm. sind die kielig erhabenen Zwiscbenräume feiner und weniger regelmässig, die Punkte in den Streifen gröber, etwas in die Breite gezogen (Hessen, Süddeubchland).
      Rasse v. exasperatus Dftschm. Die glänzenden, der typischen Form sich sehr nähernden Fld. nur mit 3 primären, streifenartig begrenzten Intervallen, die Körnchen der Zwischenräume maschig verbunden: (a. asperatus Kr.) oder frei isoliert. (a. psilopterus Kr.) Baden, Harz, Mähren. Normale exasperatus mit purpurrotem SR. der Fld. sind a. subcrenatus Geh.
    2. Forzeps an der Spitze oben schräg nach vorne gedreht.
      Rasse: v. obliquus Thoms. Der 8tammform sehr äbnlich, glänzender, die Seiten der Fld. meist weniger lebhaft, oft grünlich gefärbt, die primären Punkte etwas deutlicher. Nördlich bis im Böhmerwald. Ein Bewohner des Gebirgs, der im südlichen Mitteleuropa ebenfalls in mebreren Rassenauftritt.

    -Tafel 3; Fg.2: a Larve, b Käfer (Stammform), c Fld. vergr., Fg.8: v. purpurascens Fbr., a Käfer, b Fld., Fg. 4: v crenatus Strm., a Käfer, b Fld.

  9. Car. (Hygrocarabus) variolosus Fbr. (C. nodulosus Creutzer).

    Schwarz, wenig glänzend, K. und Hsch. rauh punktiert und gerunzelt, letzterer uneben, fast herzformig, schmal gerandet; Fld. mit 8 erhabenen Längsrippsn, diese 85 durch grosse Gruben dicht unterbrochen, eine Grübchenreihe neben dam Aussen-R. 23—32 mm.

    Mitteleuropa Baden, Rheinland, Westfalen Thüringen, Hamburg, Böhmen Mähren, Schlesien; auf sumpfigem Gebirgsterrain. Er liebt sumpfige Waldlichtungen überrieselte Moos- und Laubflächen, und steigt gerne tief in den Gebirgsrieseln umher.Tafel 4, Fg.6: a Käfer ♀, b Fld.

  10. Car. (Chrysocarabus) auronitens Fbr.

    Fg *) Goldglänzender Laufkäfer. Schwarz, das 1. Glied der F. und B. oder nur die Schl. rot; K. und Hsch. purpurfärbig; seltener grasgrün: a. perviridis Reitt. Fld. schön metallgrün: oval bei der Stammform, hinter der Mitte etwas erweitert bei v. Escheri Palld.; letztere mit 3 schwarzen Rippen; die Rippen in gehr seltenen Fallen hie und da unterbrochen: a. subcatenulatus Westh. Stücke mit braunen oder schwarzlichen Schl. sind: a. nigripes Heyd.18-26 mm.

    Ueberall in Deutschland. In den Waldern der niederen Gebirge und im Hügellande, bis zu 2000 m emporsteigend. Ueberwintert in faulenden Baumstöcken. Die v. Escheri vorzüglich in den östlichen Karpathen, westlich bis in die schlesischen Beskiden reichend; a. subcatenulatus ist auf abnorme Stücke gegründet. — T. 4, Fg.4: a Larve, b Käfer, c Fld. vergr., Fg.5: v. Escheri, a Käfer, b Fld.

  11. Car. (Hemicarabus) convexus Fbr.

    fg. *) Klein und kurz gebaut, schwarz; die Seiten des Körpers mit schmalem, schwach bläulichem oder grünlichem Scheine; Fld. kurzoval mit dichten und feinen Punktstreifen; die primären sehr undeutlich durch einzelne Punkte unterbrochen, dazwischen liegen 7 Limes. 15—18 mm.

    Mit C. nitens die kleinste Art der Gattung. An steinigen~ unbewaldeten Lehnen, Feldern, Wegen vom April bis September; läuft auch am Tage umher. In ganz Deutschland, stellenweise häufig. Bildet im südlichen Teile von Mitteleuropa zahlreiche Rassen. Stücke, bei denen die Streifung der Fld. ganz verwischt ist, wie sie auch in Schlesien vorkommen sollen, wurden beschrieben als: a. simplicipennis Dej. — T. 6, Fg.6: a Käfer, b Fld.

  12. Car.(Callistocarabus) marginalis Fbr.

    Gerandeter Laufkäfer. Schwarz, glanzlos; die Seiten der OSeite mit schon goldgrünem R., K. und Hsch. dicht punktiert; Fld. dicht und fein gekörnelt, nicht gestreift. 18—22 mm.

    Einem sehr kleinen C. violaceus äusserst ähnlich, aber die LTs. nur mit 2 Borsten, nnd die Endglieder der Ts. beim ♂ erweitert. Der Goldrand der OSeite zeigt nach innen meist eine blaue Randung. Pommern, Preussen und Posen. — T. 6, Fg.10: a Käfer ♀, b Fld.

  13. Car. (Hemicarabus) nitens L.

    Glänzender Laufkäfer. Klein, schwarz; OSeite samt den Epipleureu goldgrün, Hsch. und SR. der Fld. purpurrot, die Naht und 3 hohe Rippen auf den Fld. schwarz und glatt: bei ab. fennicus Geh. (interruptus Westh.) sind die Rippen stellenweise unterbrochen; selten zsigen die Fld. keinen Purpur-R. und sind einfarbig: a. subnitens Reitt.; noch seltener iet die ganze OSeite schwarz: a. niger Semen.

    In der Ebene und im Vorgebirge bis gegen 1200 m, auf Feldern und in lichten Wäldern, besonders auf Sandboden, aber meist einzeln im nördlichen Europa, Deutschland (Bremen, Westfalen, Schlesien etc.) —T. 4, Fg.7:a Käfer ♀, b Fld.

  14. Car. (Autocarabus) auratus L.

    Goldhenne, Goldschmied, Feuerstehler. USeite schwarzbraun, VBr. metallischgrün, OSeite gelblich goldgrn; dië Ts. bis auf ihre Spitzen, die ersten 4 FGlieder und B. gelbrot; Tr. dunkel; Fld. an den Seiten rotgolden, ihre Naht und 3 flache, breite Rippen geglättet. 2-3 Rippen vereinigen sich in sehr seltenen Fallen vor der Spitze: a. coeruleomicns Letzn. (confluentinus Bockl. ist wohl dieselbe Var.) Bei a. coeruleomicans Letzn. sind die Fld. dunkel blaugrün oder grünlichblau. 20—27 mm.

    86 Im westlichen Teile von Mitteleuropa, nach Östen bis Bayern, Böhmen und Ostpreussen verbreitet. In ganz Deutschland in Gärten und auf Feldern der Ebene im Sommer, aber nicht auf Sandboden. — Tafel 4, Fg.8: a Käfer ♀, b Blossgelegte Tergite mit den Stigmen, ♂, c Fld., d Fld. von unten!, e VB. ♂, f OL., g OKf., h Ukf., i UL., .

  15. Car. (Limnocarabus) clathratus L.

    Gross, schwach gewölbt, schwarz, mit Erzschein; Hsch. quer mit grossen und langen Basalgruben; Fld.-Naht und 2 Dorsalrippen erhaben, dazwischen mit 3 Reihen grosser goldroter Gruben, welche die primären Rippen dicht unterbrechen. Stücke mit starkem kupferschein auf der OSeite nennt Schilsky cupreus, und wo jeder Erzschein auf der OSeite fehlt, Letzner a. detritus. Bei v. multipunctatus Kr. aus Westpreussen sind die Goldgruben auf den primären Streifen dichter gestellt und durch Querwülste voneinander getrennt.

    Sachsen, Magdeburg, Nassau, Oberschlesien; die v. cupreus Schilsky aus Borkum, Warnemünde und Zingst. Auf nassere, sumpfigem Boden, an stehenden Gewässern, in welche das Tier an Pflanzen hinabsteigt. —T. 6, Fg.1: a Fresswerkzeuge der Larve von unten, b Käfer, c Fld.

  16. Car. (Carabus in sp.) Menetriesi Hummel.

    Schwarz, oben kupferig erzbraun. Dem nachfolgenden täuschend ähnlich, aber die Sekundar-Rippen sind stark erhaben, und die primären Tuberkelreihen sind kraftig entwickelt; zwischen der Naht und dem ersten Kettenstreifen ist kein tertiäres Intervall als Rippe vorhanden. 16—18 mm.

    Preussen, Pommern, in den Masuren von Lehrer Kniephof zahlreich gesammelt, im allgemeinen aber selten. Sonst in Kurland, Livland, Finnland, Nordrusland und in Galizisch Podolien. Von Dr. Flach aus den unterpliozänen Schichten von Aschaffenburg (Tertiärzeit) als C. Thürachi beschrieben.

  17. Car. (Carabus) granulatus L.

    Körniger Laufkafer. Schwarz, oben mit Bronzeglanz; Hsch. ziemlich rechteckig, schmal gerandet, Fld. länglich, mit 3 Kettenstreifen, dazwischen mit je 1 feinen sekundären Rippe und daneben jederseits einer tertiären, mehr oder weniger ausgebildeten Körnchenreihe. B. schwarz, seltener mit roten Schl.: a. rubripes Geh. (rufofemoratus Letz. *)Die zahlreichen Letznerschen Varietäter mussten meistens unterdrückt werden, well er dle gleiche Namen für sie bei den verschiedenen Arten gewählt hatte, so dass sie wegen ihrer zahlreichen Wiederhohlung gegen das Nomeklaturgesetz verstossen. = haematomerus Kr.). Bei v. interstitialis Dftschm. sind die sekundären und tertiären Intervalle zwischen den Kettenstreifen fast von gleicher Starke.

    In der Ebene und in Gebirge bis zu etwa 1500 m überall häufig. Er überwintert gesellschaftlich unter loser Baumrinde. Die v. interstitialis im südlichen Bayern —T. 5, Fg.2: a Mundteile der Larve von unten, b Käfer ♀, c Fld. g. 3: var. interstitialis: a Käfer, b Fld.

  18. Car. (Goniocarabus) cancellatus Illig.

    Körnerwarze. Schwarz, oben kupferfarbig, das 1. Glied der F. rot: Fld. mit primären, kraftigen Kettenstreifen und erhabenen Sekundärrippen, die tertiären Limes sind kaum angedeutet. Aussen-R. vor der Spitze ausgeschweift. Bei v. carinatus Charp, (fusus Palld.) sind die Sekundärrippen hoch, die Kettenstreifen sehr seicht; v. femoralis Geh.(haematomerus Kr., rufipes Kr.) ist wie die Stammform. aber die Schl. rot; ganz so gefärbt ist v. tuberculatus Dej. aus Ostpreussen und Schlesien, aber Kettenstreifen und Sekundarrippen hoch ausgepragt; ganz so wie tuberculatus ist v. Letzneri Kr., bei dieser ist aber die OSeite schön und hell grasgrün. Schwarze B. und ganz schwarze F. hat v. nigricornis Dej. — Länger, grösser, flacher, der Hsch. schmäler, die Skulptur etwas flacher, die Tuberkeln länger gezogon, die tertiären Zwischenranme angedeutet hat Subspezies emarginatus Duftsch. mit schwarzen F. und B., aus Oesterreich, Steiermark und Illyrien, Albanien. In Wäldern auf Kalkboden. Nach Schilsky auch im Rheinland und Württemberg, was mir sehr unwahrscheinlich vorkommt.— T. 5,Fg.7: a Käfer, b Fld.

  19. Car. (Loxocarabus) obsoletus Strm.

    Schwarz, oben verschiedenfärbig; Hsch. rechteckig, Seiten schmal abgesetzt; Fld. mit sehr feinen Kettenstreifen und dazwischen mit 3 gleichen flachen Limes. Bei v. Sacheri Thoms. fehlen die Punkte vorne auf den dorsalen primären Reihen; grosse schwarze Stücke mit stärkeren Kettenstreifen sind v. carpathicus Palld.

    Im ganzen Karpathenzuge bis Siebengebirgen, wo er in einer kleineren Rasse auftritt. In den schlesisch-mährischen Beskiden, unter Steinen, im Teschner Gebirge nicht selten, an den Lissa-Abhängen einzeln. —T. 6, Fg.2: a Käfer, b Fld.

  20. Car. (Morphocarabus) monilis Fbr.

    Feingestreifter Laufkäfer. Langoval, flach gewölbt; schwarz, oben blau, grün, kupferfarben, eeltener schwarz mit blauem Rande. Fld. zwischen den feinen Kettenstreifen mit 3 ganz gleichen Zwischenräumen (Limes) = Stammform; oder es ist der mittlsre stärker rippentförmig ausgebildet: v. consitus Pauz. Stücke der ersten Form mit roten Schl. und braunem ersten FGliede sind a. femoratus Geh.; kleine, schlanke Expl. aus dem Rhöngebirge sind v. taunicus Heyd. Manchmal eind die tertiären Zwischeuräume der v. consitus zwischen den Kettenetreifen und Sekundärrippen erloschen = v. Schartowi Heer. 27—30 mm.

    In Oldenburg, Wurttemberg, Bayern, Nassau, Thüringen, Hessen, Elsass und im Rheingebiet; in Schlesien schon fehlend. Diese Art bewobnt das westliche Mitteleuropa, einige im Osten vorkommende Formen (Serbien) sind sohon sehr abweichend. —T. 6, Fg.3 a C. monilis, b v. consitus, Fld.

  21. Car, (Morphocarabus) Scheidleri, v. Preyssleri Duftsch.

    Gross~ schwarz; Hsch breit, Fld. mit sehr feinen Punktstreifen und flachen, glatten oder nur chagrinierten Zwischenräumen, die primären mit wenig grösseren, Körnchenträgenden Punktreihen, abe oft auch die sekondären und tertiären durch Punkte unterbrochen. 0Seite schwarz oder schwarzblau, mit violetten oder purpurnen Seitenrrändern (a. ambitiosus Schauf.), oder letztere sind grün [88](a. viridicinctus Schauf.), oder oben schwrarzgrün mit goldgrünem SR.: (a. improbus Schauf.), oder oben goldgrün mit ,heller grünen 8eitenrändern (a. principatus Schauf.), oder kupferrot mit goldgrünen Randern (a. superbus Schauf.). 25—28 mm.

    Die Stammform (Scheidleri Panz.) kommt nicht im nördl. Deutschland vor; sie bewohnt Oesterreich, Steiermark und Ungarn, wo sie verschiedene markante Rassen bildet. C. Preyssleri kommt im Osten Deutschlands vor, in Schlesien, Mähren und Böhmen. Er ist ein Bewohner des Flachlandes und lebt am häufigsten in Gärten und auf humusreichen Feldern und Wiesen.T. 6, Fg.4: a C. v. Preyssleri, b Scheidleri, Fld.

  22. Car. (Trachycarabus) scabriusculus Oliv.

    Kleinere Art, oval, schwarz glänzend; Fld. mit zarten, nicht ganz regelmässigen Punktreihen, alle Zwischenräume mit feinen, weitläufigen, raspelartigen Pünktchen besetzt, vor jedem Punkte steht ein vorn besser begrenztes Körnchen, 3 Zwischenräume mit grösseren Raspelpunkten besetzt, dazwischeu stehen 3 Limes. l8—20 mm.

    Im östlichen Teil von Mitteleuropa, westlich bis Schlesien und Mähren.

  23. Car. (Archicarabus) nemoralis Müll.

    Hain-Laufkäfer. Kurz und robust gebaut, schwarz; OSeite schwarzgrün oder erzbraun; Fld. mit feiner, gekörnelter, undeutlich längsreihiger Skulptur, dazwischen mit 3 groberen Punktreihen, dazwischen befinden sich etwa 5 nicht deutliche Limes; die untere Partie des Kinns ist querwülstig verdickt. 20—26 mm.

    In den Wäldern der Ebene und der Gebirge unter Steinen, Moos und Baumrinden, nicht häufig, aber über ganz Deutschland verbreitet. —T. 6, Fg.6: a USeite des Larvenkopfes mit seinen Mundteilen, b Käfer, c Fld.

  24. Car. (Euporocarabus) hortensis L.

    Garten-Laufkäfer, Hohlpunkt. Gross, schwarz; Hsch. ziemlich viereckig, fast quadratisch; F1d. mit regelmässigen, feinen Längsstreifen und 3 kupferig goldfarbenen Grubenreihen, letztere unterbrechen 3 feine Längsstreifen, zwischen ihnen befinden sich 7 Limes; von diesen sind in seltenen Fällen die abwechselnden (2, 4) schwächer ausgepragt: v. alternans Kr. Hochst selten sind die Längsstreifen in feine Körnchenreihen aufgelöst und die Metallgrübchen sind klein und nehmen nur einen Zwischenraum in Anspruch: v. Dürckianus Gnglb. 23—28 mm.

    In den Wäldern der Ebene und niederer Gebirgszuge von Nord~ und Mitteleuropa, mit Ausnahme des westlichen Teiles in Deutschland überall vertreten; die v. alternans wurde aus Schiedberg in Schlesien, die v. Dürckianus aus der Münchener Umgebung bekannt —T. 6, Fg.7: a Käfer, b Fld.

  25. Car. (Orinocarabus) silvestris Punz.

    Wald-Laufkäfer. Schwarz, mit schmalem K. und wenig breitem Hsch.; oben bronzefärbig, kupferig, oder grün (a. aeruginosus Letzn.), oder mit der USeite fast gleichfarbig dunkel (a. concolor Panz.); die ovalen Fld. mit dichten, feinen gekerbten Streifen, und 3 Reihen grösserer Grübchen, letztere unterbrechen 3 Zwischeuräume, zwischen ihnen befinden sich 7 Limes. Sternite ohne quere Furchen. Bei v. thuringiacus Schilsky ist das mittlere primäre Intervall stärker entwickelt als die anderen. Eine schlanke Form mit herzförmigem Hsch., grüner OSeite, etwas rippenförmig vortretenden primären Intervallen, mit Goldgrübchen in dem Glatzer und Riesengebirge ist v.silesiacus Reitt. l9—27 mm.

    Nur im Gebirge von Mittel- und Süddeutchland, in der Vogesen, dem Jura und den Alpen, in subalpinen Wäldern unter morschen Baumstrunken und Steinen. Preussen, im Harz, Bayern, Thüringen, in den Gehirgen von Schlesien, Böhmen und Mähren; in den Sudeten und Beskiden nioht selten. — T. 6, Fg.8: a Käfer, b Fld.

  26. Car. (Carpathophilus) Linnei Panz. (C. cupreo-aureus Letzn.)

    Klein und zierlich, unten schwarz, oben kupferig mit Bronzeschein, die 4 Basalglieder der F. und die Schn. rot. Deckenskulptur wie bei silvestris und diesem nahestehend, aber die HSchl. sind auf der USeite der Länge nach gefurcht. Die feinen Zwischenräume der gekerbten Punktreihen sind etwas deutlicher streifig  89 erhaben, aber nicht so regelmässig ausgebildet. v. Macairei Kr. hat den Hsch. schwarz, die Fld. erzbraun; a. nigricornis Letz. hat die ersten 2 Glieder angedunkelt; a. bescidensis Reitt. die ganzen B. rot; endlich soll es auch Stücke mit fast schwarzen F. und B. geben: a. angustatus Panz., in Oberschlesien wie ich sie aber noch nicht gesehen habe. 14-18 mm.

    In den Gebirgen von Bayern, Thüringen, im Harz, im Riesen- und Glatzer Gebirge, in den Beskiden, den Sudeten und weiter über die Karpathen verbreitet, in Waldern vorzüglich unter Steinen, in Schlesien häufig. Es ist ein Nachttier. — T. 6, Fg. 9: a Käfer, b Fld.

  27. Car. (Phricocarabus) glabratus Payk.

    Glatter Laufkäfer. Gross, schwarz, oben an den Seiten manchmal mit schwachem bläulichen Scheine; Hsch. kaum oder wenig schmäler als die Fld.; diese stark gewölbt, mit sehr feinen Körnchen gleichförmig besetzt, ohne Reihen oder Grübchen,hinten steil abfallend. 22—32 mm.

    Nord- und Mitteleuropa. In ganz Deutschland und zwar im Gebirge (bis zu 2000 m) und in der Ebene, auch am Tage jagend anzutreffen. — T. 6, Fg.11: a Käfer, b Fld.



5. Gattung: Cychrus Fabr.

Schaufelläufer. Von Carabus durch schlankere Körperform, kleineren, herzförmigen Hsch., dünnen, schnabelförmig verlangerten K., hauptsächlich aber durch die lange, schmale, 2 lappige OL. und den breiten, umgoschlageuen R. der Fld. zu unterscheiden.

Die Larven entfernen sich von jenen der Gattung Carabus durch kürzere, breitere, asselförmige Körperform. Die Lebensweise ist die gleiche. Sie bewohnen aber stets Gebirge.

Die Gattung ist artenarm und auf die paläarktische Fauna beschränkt; in unserer Fauna sind nur nachfolgende 2 Arten vertreten:

  1. C. rostratus F.
    Fld. gekörnt, ohne deutliche Kettenetreifen, gewölbt; Körper ganz schwarz. 16—18 mm.
    Kleine Stücke bilden die v. pygmaeus Chd., sehr grosse Stücke (20-22 mm) aus Krain, mit scharf stumpfeckigen, hoch aufgebogenen HWinkeln des Hsch., die Rasse elongatus Hoppe, die angebli¢h auch in Westfalen vorkommen soll,was ich bezweifle.
    In allen deutschen Gebirgswäldern bis zu 2300 m Höhe vom April bis September unter Steinen und unter Rindern. Nach Süden und Osten weiter verbreitet. — T. 7, Fg.1: a Larve, b Käfer, c OL., d OKf., e Ukf., f UL.

  2. C. attenuatus F.
    Fld. hinten gekörnt, vorn gestreift, mit 3 deutlichen Kettenstreifen, Scheibe abgeflacht. Schwarz, Fld. mit Bronzeglanz, OKf., Ts. ausser ihrem Endgliede und Schn. rostrot. 13—l6 mm.
    In Süd-, Mittel- und Ostdeutschland, bei gleicher Lebeweise wie der vorige aber viel seltener. —T. 7, Fg.2. Käfer



3. Tribus: Nebriini.

Von den Carabini durch kleineren Körper mit langen dünnen B., gerandete Basis der Fld. und durch das Zugegensein eines Borstenpukctes am VR. der seitlichen OKf.-Furche verschieden. Alle Formen haben einen mehr oder weniger ausgesprochen herzformigen Hsch.

Hierher gehören nachfolgende Gattungen unserer Fauna:



1"
Die Seiten der OKf. breit verflacht, die UKf. ebenfalls verbreitert und aussen sichtbar mit dornartigen Fortsetzen besetzt, auf denen je eine Stachelborste eingefügt ist. (Siehe T. 7 , Fg. 8d.) Leistus
1'
O.- und UKf. einfach.[90]
2"
Fld. mit 9 Streifen *)Nur bei N. Bonelli Ad. mit 10 Streifen. und kurzem Skutellarstreif. VTr. des ♂ schwach erweitert, länglich.Nebria. *)Gen. Eurinebria Gnglb. gegründet auf Nebria complanata L. aus der Mittelmeerfauna hat an dem vorletzten Gliede der Lippentaster sehr zshlreiche lange Haare, bei Nebria und Verwandten nur 2-3
2'
Fld. mit 10 Streifen und ohne Skutallarstreif. VTr. des ♂ stark erweitert, mehr oder weniger quer Pelophila.


6. Gattung: Leistus Frolich.

Bartkäfer, Startläufer. Sehr ausgeseichnet durch die seitlich breit verflachten OKf. und die breiten, aussen lang stacheligen UKf., was man von der Seite her mit schwacher Lupe sehen kann. In unserer Fauna mit 8 Arten vertreten.
Ebenso wie die Käfer sich durch die Bildung der Mundteile auszeichnen, sind die Larven dieser Gattung durch ihren grossen rundlichen, vom verbaltnismässig langen BrRinge gestielten K. mit längerem, vorragenden OKf., lange bewimperte B. und lange, mit Borsten versehene Cerci bemerkenswert. Die Färbung variiert bei den einzelnen Arten; sie sind gewöhnlich blass gefärbt, mit dunklen Schildern, diese mit oder ohne Metallschein.

Die Larven haben eine entfernte Aehnlichkeit mit denen der Dytisciden.



1"
Die SRänder des Hsch. mehr oder weniger breit verflacht und aufgebogen, die Absetzungsfurche des SR. punktiert. Fld. mit stumpf verrundeten Schultern.
2"
Die Basalkante am aussen-R. der Fld. mit einem ganz kleinen Zähnchen. OSeite blau, seltener metallischgrün, oder pechfarbig mit grünem oder blauem Metallscheine, nur bei einer Art ohne metallisch blaue oder grüne Färbung.
3"
Glied 3 der F. nur wenig kurzer als 5; OSeite mit blauem oder grünem Metallglanze. (Pogonophorus Latr.).
4"
Fld. kurz und breit oval, höchstens 1¾mal so lang als in der Mitte zusammen breit; K. viel schmäler als der Hsch.spinibarbis Fabr.
4'
Fld. Iang und in der Mitte fast parallel, schmal, reichlich doppelt so lang als zusammen breit; K. wenig schmäler als der herzförmige Hsch. montanus Steph.
3'
Glied 3 der F. viel kürzer als 5; OSeite ohne blauen oder grünen Metallschein. (Leistophorus Reitt.) rufomarginatus Dftsch.
2'
Basalkante der Fld. am Aussen-R. ohne Spur eines Zähnchens. Glied 3 der F. viel kürzer als 5, OSeite mit grünem oder blauem, oft schwachem Metallscheine. Hsch. mit kurzer, paralleler und starker Basalabschnürung,(Leistophorus Reitt.)
5"
Hsch. so breit oder kaum schmäler sls die Fld., schwach quer, K. wenig schmäler als der Hsch. OSeite meist mit grünem Scheine.nitidus Duftsch.
5'
Hsch. viel schmäler als die Fld., stark quer; K. viel schmäler als der Hsch. OSeite meist mit schwachem blauem Scheine. fulvibarbis Dej.
1'
Die SRänder des Hsch. äusserst schmal, linienformig abgesetzt, die innere RLinie nicht punktiert, die Dorsalwölbung tritt bis an diese heran. OSeite ohne Metallschein. Basalrand der Fld. aussen ohne Spur eines Zähnchens.
6"
Fld. mit stumpf verrundeten Schulterwinkeln, hinter der Mitte am breitesten, an der Basis kaum breiter als der Hsch., dieeer eterk quer. OSeite rostrot, manchmal mit schwarzem K. und dunkler Fld.Spitze. (Leistus in spec.).
7"
Rostrot, der K. und gewöhnlich auch die Spitze der Fld. schwarz, HWinksl des Hsch. etwas stumpfwinkeligrufescens Lin.
7'
Einfarbig rotbraun, Mund, F. und B. gelbbraun; HWinkel des Hsch. scharf rechteckig. ferrugineus Lin.
6'
Fld. Iang elliptisch mit vollständig geschwundenen Schulterwinkeln, in der Mitte am breitesten, Hsch. schwach quer, an den Seiten halbkreisförmig gerundet. 0Seite schwarz. piceus Frölich.


  1. L. (Pogonophorus) spinibarbis F.

    Dornbart. Blau, selten blaugrün, unten pechschwarz, manchmal mit schwach grünlichem Schein, die SR.Kante des Hsch. und der HR. des Hlb. rotbraun, der Mund, F. und B. braunrot, die Schl. dunkler, manchmal die B. lebhaft rot: a. rufipes Chaud. 9—11 mm.

    91

    In ganz Deutschland einheimisch, aber ziemlich selten. An Telchrändern. — T. 7 , Fg.8: Käfer, nat. Gr. a. ders. vergr., b OL., c OKf., d UK., e UL. mit Zunge und LTs.

  2. L. (Pogorophorus) montanus Stephens.

    Kleiner und schmäler als der vorige, mit hell rotgelben F. und B. OSeite grünlichblau, die aufgebogonon Ränder des Hsch., der Basalrand der Fld. und die Nahtkante rostrot. 8 mm.

    Nach Schilsky im Elsass und Schlesien, sonst in den Alpen in subalpiner Region; auch in England.

  3. L. (Leistophorus) rufomarginatus Duftsch.

    Roträndiger Bartkäfer. Mit den vorigen hat er das Basalzähnchen der Fld. gemeinsam, ist aber braunschwarz, glänzend, die breiten Ränder des Hsch. und die viel schmäleren der Fld. rostrot, der Mund, die F. und B. gelbrot. Der stark quere Hsch. ist aussen elliptisch gerundet erweitert, die Fld. haben grobe Punktstreifen. 8,5—9,5 mm.

    In Gebirgsgegenden in lichten Wäldern auf feuchtem Boden und unter Laub gesellschaftlich; in Pommern, bei Köslin, zahlreich aufgefunden und über ganz Deutschland verbreitet. —T. 7, Fg.6: Käfer, nat. Gr., a Larve, b Käfer, vergr.

  4. L. (Leistophorus) nitidus Duftsch.

    Glänzender Bartkafer. Braunschwarz, OSeite metallisch grün, die Ränder des Hsch. und alle Epipleuren rostrot, Mund, F. und B. gelbrot. Dem L. montanus ähnlich; aber dieser Art fehlt das basale Aussenzäumchen der Fld. Das ♂ ist geflügelt, das ♀ hat rudimentäre Fl.-Stummeln. 7,5—9 mm

    In Gebirgsgegenden des südlichen Mitteleuropas, besonders der Ostalpen; sonst noch im südlichen Bayern aufgefunden. —T. 7, Fg.6: Käfer in nat. Gr. und vergr

  5. 5. L. (Leistophorus) fulvibarbis Dej.

    Braunbart. Pechschwarz, OSeite mit blauem oder grünem Scheine, USeite rostbraun, der Mund, die F. und B. gelbrot. Basis des Hsch. sehr stark eingeschnürt, die kurze Absetzung mit scharfen HWinkeln, die Fld. mit starken, kerbartig punktierten Streifen. Das 1. FGlied und die Schl. sind selten etwas getrübt. 7,5 - 8 mm.

    Elsass. Häufiger im südlichen Europa, Algier und im Kaukasus. —T. 7, Fg. 4: Käfer in nat. Gr. und vergr.

  6. L. (Leistus s. str.) rufescens F. (L. praeustus F., Bructeri Panz.).

    Rotlicher Bartkkäfer. Rostrot, der K. und gewöhnlich auch die Spitze der Fld schwarzlich und schon durch diese Farbung leicht kenntlich. 6,5—7,5mm.

    Ueber ganz Deutschland verbreitet, aber nicht häufig. Lebensweise wie beim nachfolgenden, aber viel seltener. — T. 7. Fg.8: Käfer in nat. Gr. und vergr.

  7. L. (Leistus s. str.) ferrugineus l. (L. testaceus Frölich).

    Rostfarbiger Bartkafer. Einfarbig rotbraun und nur die Br. dunkler pechbraun, der Mund, F. und B. gelbbraun.Vom vorigen ausserdem durch scharfwinkelige HEcken des Hsch. abweichend. 6,5—7,5 mm.

    Im feuchten Mulme anbrüchiger Bäume, unter Baumrinden, im niederen Gebirge und in der Ebene, in ganz Deutschland, nicht selten. —T. 7, Fg.7: a Larve, b Käfer, vergr. c nat. Gr.

  8. L. (Leistidius K. Daniel) piceus Fröl. (L. analis Dej., Frölichi Dftsch.).

    Pechschwarzer Bartkafer. Schwarz, USeite pechbraun, Mund, F. und B. rot, Fld. lang elliptisch. 8—9 mm.

    Diese Art bewohnt feuchte Stellen der Gebirge Deutschlands bis über 2200 m. Höhe. Auf dem Glatzer Schneeberge, den Beskiden und im Altvatergebirge nicht selten. — T. 7, Fg.9: Käfer in nat. Gr. und vergr



7. Gattung: Nebria Latr.

Dammläufer. Von Leistus durch einfsche O.- und UKf. und von Pelophila durch einen Skutellarstreif der Fld. und 9 Streifen auf denselben verschieden.

Mittelgrosse, flinke Laufkäfer mit herzförmigem Hsch. und langen dünnen B. Sie kommen an fliessenden Gewässern dee Gebirge und der Ebene und an [92] Schneerändern der Alpen unter Steinen vor; nur eine Art (brevícollis) lebt auch in Gärten an feuchten Orten, wenn ein Bach in der Nahe sich befindet.

Die Larven sind denen der Leistus ähnlich, aber gedrungener gebaut; der K. weniger entwickelt, auch der Thorakalring weniger langgestreckt und die Cerci reichlicher beborstet. Die Larve von brevicollis wurde von Blisson in Frankreich beobachtet; sie bewohnt Felder und Gärten und grabt sich an festgetretenen Stellen zu Ende des Winters in etwa 30—36 Stunden nachts einen etwas 4 cm tiefen, meist schräg nach unten laufenden Gang, dessen Eingang mit Erde verstopft wird. In der am Ende angebrachten Höhlung verpuppt sie sich Ende Februar und kommt in 18—20 Tagen als Käfer zum Vorschein.


1"
Fld. mit deutlichen, stumpf verrundeten Schultern, Basis auf dem kurzen, eingeschobenen Zwischenraume in der Nähe des Sch. mit einem eingestochenen Punkt. Fl. vorhanden. Episternen der HBr. viel länger als breit.
Untergattung: Nebria s. str.
2"
OSeite der Tr. kahl. Der Basalrand und die SR-Kante der Fld. verbinden sich an den Schultern im Bogen *)Nur bei N. Gyllenhali in einen stumpfen Winkel.
3"
Fld. mit gelbem Aussen-R., 8. Zwischenraum an den Seiten viel breiter als die andern und in der Mitte mit einer zarten Punktreihe. livida L.
3'
Fld. einfarbig dunkel; der 8. Zwischenraum so breit als die ubrigen, ohne Punktreihe.
4"
3.—5. Sternit jederseits der Mitte mit 2—6 borstentragenden Punkten. Körper grösser; Fld. am 8. Zwischenraum ohne eingestochene Punkte.
5"
Schwarz, der K. und die Spitze des Hlb. rostrot, F., Ts. und B. rotgelb. picicornis Fabr.
5'
Schwarz, die St. mit rostroter Medianmakel, die F. vom 5. Gliede an bräunlich, die Tr. rostrot. Manchmal fehlt die rote StMakel und die F. sind dunkel: v. nigricornis Villa Jokishi Strm.
4'
3.—5. Sternit jederseits in der Mitte nur mit einem Borstenpunkte. Körper kleiner, Fld. am 3. Zwischenraum mit mehreren eingestochenen Punkten. K. ohne rote StMakel. Gyllenhali Schonh.
2'
OSeite der Tr. einzeln fein behaart. Der Basalrand und die SR.-Kante der Fld. stossen an den Schultern im scharfen Winkel zusammen. SR. des Hsch. vorne nur mit einem Borstenpunkt. (Helobia Steph. Dau.) brevicollis Fabr.
1'
Fld. oval, mit abgerundeten Schultern; Körper ungeflügelt. Episternen der HBr. kurz. (SR. des Hsch. bei den deutschen Arten vorne mit 2 - 5 Borsten.)
6"
OSeite der Tr. mit einzelnen weichen, schräg abstehenden Haaren besetzt.
Untergattung: Alpaeus Bon.
7"
Fld. an der Basis am 2. Streifen, in der Nahe des Sch. mit einem deutlichen grösseren Porenpunkt; Basalrand aussen ein scharfes Zähnchen bildend. Dahli Strm.
7'
Fld. an der Basis in der Nähe des Sch. ohne grosseren Porenpunkt; Basalrand aussen ein scharfes Zähnchen bildend. Erstes FGlied an der Aussen-S. mit 2—3 borstentragenden Punkten besetzt.Hellwigi Panz.
6'
OSeite der Tr., mit Ausnahme der Terminalborsten, kahl.
Untergattung:Oreonobria Dan.
Fld. an der Basis in der SchNähe ohne Porenpunkt, Basalrandung aussen kein Zähnchen bildend; erstes FGlied aussen vor der Spitze mit einem borstentragenden Punkte. castanea Bon.


  1. Nebria livida L. (sabulosa F.).

    Gross, schwarz; Hsch. mit Ausnahme eines Querstreifens am V. und HR., die Seiten der Fld. breit, bei v. lateralis Fbr. viel schmäler gelb gesäumt; die Epipleuren, der Mund, die Ts., F. und B. rotgelb. Ausgezeichnet durch die Färbung und den breiten 8. Zwischenraum der Fld., der in der Mitte eine feine Punktreiie besitzt. 14—16 mm.

    93 An den grössren Flüssen Deutschlands im feuchten Sande unter Steinen, jedoch nur in der Ebene. Die var. lateralis vorzüglich an der Nord- und Ostsee, aber auch im Elsass, Westfalen und Tbüringen; nicht häufig. — T. 8, Fg. 1, Fg. 2 v. lateralis.

  2. Nebria picicornis Fbr. (erythrocephala Strm.).

    Gross, schwarz; der K. und die Spitze des Bauches rostrot; Mund, F. und B. rotgelb; Fld. furchig vertieften Punktstreifen. 15—17 mm.

    Im südlichen Deutschland, in der Rheinprovinz selten, häufiger in Schlesien. In der Ebene; im Juni an Flussufern unter Steinen. T. 8, Fg. 3.

  3. Nebria Jokischi Strm.

    Schwarz, glänzend; die St Mit rostroter Makel, die F. vom 5. Gliede an braun, Tr. rötlich; Fld. ziemlich lang und parallel, im dritten Zwischenraume ohne eingestochene Punkte; K. und Hsch. schmal. 13—15 mm.

    Die Rasse nigricornis Villa, aus den Sudeten, hat ganz dunkle F., breiteren, an den 8eiten stärker gerundeten Hsch, breiter abgesetzten Rand desselben und etwas kürzere und breitere Fld. Im hoheren Gebirge an schnell fliessenden Bächen unter Steinen von Mai bis August; in Bayern, den Gebirgen Schlesiens, den Beskiden und Sudeten. — T. 8, Fg.4 in nat. Gr. u. vergr.

  4. Nebria Gyllenhali Schonh.

    Ganz schwarz, nur die Tr. manchnal rostfärbig; St. ohne roten Medianfleck; Fld. im 3. Zwischenraume mit mehrere grösseren Punkten. Bei der v. rufescens Ström. (arctica Dej., hyperborea Gyll.) sind die Fld. und zum Teil die B. rostbraun: auf der Schneekoppe nicht selten. Bei v. Balbii Bon. (nivalis Heer), aus dem Riesengebirge, sind das 1. FGlied und die B. rot; v. Gerhardii Gabriel vereinigt die Färbung der Fld. von rufescens mit jener der B. von Balbi. 9—12 mm.

    lm hoheren Gebirge in Gesellschaft der vorigen in Nord- und Mitteleuropa bis zur Schneegrenze reichend, häufig. Die Varietäten seltener; v. Gerhardii; wurde aus der hohen Tatra beschrieben. —T. 8, Fg. 6: in nat. Gr. u. vergr. Fg. 6: v. arctica

  5. Nebria (Helobia) brevicollis F. (cursor Bedel).

    Pechschwarz, die Epipleuren der Hsch. und der Fld. sowie die Spitze des Hlb. braunrot, F., Ts., Schn. und Tr. rostrot. Hsch. stark quer, herzförmig, Fld. mit tiefe kerbartig punktierten Streifen. 9—14 mm.

    In ganz Deutschland in der Ebene und im Hügelland, an feuchten, humusreichen Orten nicht selten. —T. 8, Fg. 7: a Larve, b K. derselben von unten, C Käfer (7 nat.Gr.), d K., e OL., f OKf., g UKf., h UL., i Fl.

  6. Nebria (Alpaeus) Dahli Strm.

    Schwarz; K. mit rostroter StMakel die F., Ts, Schn. und Tr. braunrot; das 3. und 4. FGlied meistens etwas angedunkelt. Von der vorigen Art durch abgerundete Schulterwinkel leicht unterscheiden. 11—14 mm

    Nach 8chilsky kommt diese Art in Württemberg vor, was mir zweifelhaft erscheint. Sie bewohnt Illyrien und die Balkanhalbinsel, wo sie in den Gebirgswäldern zwischen dem abgefallenen Laube läuft —T. 8, Fg. 8: in nat. Gr. u. vergr.

  7. Nebria (Alpaeus) Hellwigi Panz.

    Länglicher und sohlanker als die vorigen, schwarzbraun, unten heller braun; K. mit rostrotem Scheitelflecken, dar Mund, die F. und B. braunrot; bei der var. fuscipes Schaum der Mund, die F. und 8chl. pecbbraun. K. gross, wenig schmäler als der Hsch.; dieser herzförmig, Fld. lang oval, bei der typischen Form im dritten Zwischanraum ohne, bei v. stigmula Dej. gewöhnlich mit 4 eingestochenen Punkten. 10—18,5 mm.

    Im ganzen Alpenzuge von Oesterreich bis Tirol, im Kalk- und Urgebirge hochalpin unter Steinen; nach Schilsky auch in Bayern und Württemberg. —T. 8,Fg. 9.

  8. Nebria (Oreonebria) castanea Bon. (ferruginea Bon.).

    Klein, länglich oval, pechbraun, oft rotbraun oder schwarzbraun, auf dem Scheitel heller; die F., Tr. und B. braunrot. Die var. brunnea Duftsch. unterscheidet sich von der [94] Stammform durch hellere Färbung und feiner punktierte Streifen der Fld. 7—11,5 mm.

    Im ganzea Alpengebiete verbreitet, unter 8teinen am Rande von Schneefeldern, häufig. Duftschmied beschrieb die v. brunnum aus den schlesischen Gebirgen; nach Sturm käme die ferruginea in Oesterreich-Schlesien vor, was wohl sicher auf ainem Irrtum beruht; doch ist sie auch auf den schlesisohen Gebirgen nicht wiedergefunden worden. a. castanea, die aus dem Böhmerwalde stammen sollen, wurden mir vor kurzem von Dr, Pecirka zur Bestimmung vorgelegt.



8. Gattung: Pelophila Dejean.

Mit Nebria sehr nahe verwandt; fast gleich gebaut, mit stark querem, herzförmigen Hsch.; durcb den Mangel des kurzen Skutellarstreifen und 10 Punktstreifen der Fld. verschieden.

Diese artenarme Gattung ist in Europa durch 2 Arten vertreten, die nur im hohen Norden einheimisch sind. Die Angabe, dass Pelophila borealis Payk. auch in Ostpreussen aufgefunden wurde, beruht, wie Prof. Czwalina nachgewiesen hat, auf einer Verwechslung mit Prerostichus oblongopunctatus F.



Version : 14.03.2021